Samstag, Januar 22, 2022
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Schulmädchen weigert sich aus Angst vor einer Ansteckung, ungeimpfte Menschen zu unterrichten

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Gegen Corona ist sie dreimal geimpft, doch eine 13-Jährige hat Angst vor einer Ansteckung durch ihre ungeimpften Mitschüler. Trotz der Kälte verfolgt sie den Unterricht online vom Schulhof aus; Schreibtisch und Stuhl werden ihr zur Verfügung gestellt. Nachdem das Jugendamt Bedenken geäußert hatte, ist nun eine Einigung absehbar.

Im Fall einer Schülerin in Hagen, die aus Angst vor einer Corona-Infektion trotz der Kälte seit Anfang der Woche auf dem Schulhofunterricht bestand, zeichnet sich ein Kompromiss ab. Das sagte ein Sprecher der Bezirksregierung Arnsberg nach einem Austausch mit der Leitung des Gymnasiums. Die 13-Jährige soll nun in einem separaten Raum innerhalb des Schulgebäudes online am Unterricht teilnehmen. Sie verstehen auch die Sorgen des Kindes, dass es ein „gewisser Balanceakt“ ist.

Mehrere Medien hatten über die Siebtklässlerin berichtet, die als Hochrisikopatientin aus Angst vor einer Ansteckung den Unterricht mit ungeimpften Schülern auch nach dreifacher Impfung verweigerte. Die Schule hatte den Schreibtisch und den Stuhl des Mädchens auf den Schulhof gestellt, wo sie den Online-Unterricht besuchte. In den Pausen oder zum Aufwärmen nutzte die Studentin einen freien Platz im Gebäude, wie ein Sprecher der Stadt Hagen beschrieb. Stadtsprecher Michael Kaub sagte, das Jugendamt habe aus Sorge um die Gesundheit eine Stellungnahme des schulpsychologischen Dienstes vorgeschlagen, damit der Schule eine Grundlage gegeben werde, um ein Fernstudium zu ermöglichen.

Langzeitunterricht auf dem Schulhof wirft die Frage des Gesundheitsschutzes und des Kindeswohls der Jahreszeit entsprechend auf. Sie stehen in Kontakt mit der Familie, die zur Mitarbeit bereit ist. Die Sekundarschule war zunächst nicht zu erreichen. Der Sprecher der Bezirksregierung betonte, dass das Recht auf schulische Bildung auch in Zeiten der Pandemie „vertretbar, angemessen und vernünftig“ umgesetzt werden solle. „Das muss genau beobachtet werden – mit Sorgfalt, Verständnis, aber auch Konsequenz“, erklärte Christoph Söbbeler.

Der Landesschülerrat Nordrhein-Westfalen kann den Protest des Mädchens gut verstehen. „Aber es ist auch eine Anklage, dass eine solche Aktion nötig ist“, sagte Johanna Börgermann vom LSV-Vorstand. Angesichts der rasant steigenden Infektionszahlen muss es abwechselnden Unterricht geben – und es muss endlich sichergestellt werden, dass der Online-Unterricht auch zu Hause funktioniert.

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