Samstag, Dezember 10, 2022
StartNACHRICHTENSchwierige Neuausrichtung JU-Chef Winkel ruft die Bundesregierung zum WM-Boykott auf

Schwierige Neuausrichtung JU-Chef Winkel ruft die Bundesregierung zum WM-Boykott auf

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Beim diesjährigen Deutschlandtag der Jungen Union positionierte sich die CDU/CSU-Jugend vor allem außenpolitisch. Der neue Vorsitzende stellt eine klare Forderung an die Bundesregierung.

Es ist seit langem der erste Deutschlandtag der Jungen Union (JU) in Zeiten der Opposition. Auf der Suche nach den Antworten der Zukunft versucht sich die Parteijugend vor allem außenpolitisch zu positionieren. Bundeswehr, Nato, Cybersicherheit, transatlantisches Bündnis: Das sind die großen Themen des Hauptantrags der JU. Vielleicht wollen sie damit vermitteln, dass sie die außenpolitischen Fehler der Ära Angela Merkel verstehen, auch wenn sie weiterhin mit der Vergangenheitsbewältigung zu kämpfen haben.

Stattdessen lassen sich die Bundesregierung und Bundeskanzler Olaf Scholz lieber kritisieren. „Die Ampel ist wohl die schlechteste Regierung, die Deutschland je hatte“, sagte CSU-Chef Markus Söder in seiner Videobotschaft am Freitagabend. Der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz kritisierte am Samstagvormittag in seiner Rede vor den Delegierten in Fulda: „Von dieser Führungsbereitschaft ist in dieser Bundesregierung nichts, gar nichts zu sehen.“

Ein Thema, das im Leitantrag der JU auffällt, ist die Forderung, dass die Vollausstattung der Bundeswehr künftig Bedingung für Koalitionen zwischen der Union und anderen Parteien sein soll. Nach den Bundestagswahlen 2013 und 2017 habe sich gezeigt, dass die SPD „ziemlich viele linke Projekte“ bekomme, sagte JU-Chef Johannes Winkel im Gespräch mit ntv. Das sei auch in Ordnung mit Kompromissen in einer Koalition, aber: „Man muss auch sagen, wo unsere Punkte und roten Linien sind und die Ausstattung der Bundeswehr vernünftig ist.“ Es sei „für uns selbstverständlich, dass die Frauen und Männer, die im Zweifel bereit sind, ihr Leben für unsere Freiheit zu geben, entsprechend ausgerüstet sind“.

Am Vorabend hielt der neue ukrainische Botschafter Oleksii Makeiev eine Rede. Im anschließenden ntv-Interview sprach Makeiev über Russlands „Völkermord“-Kriegsführung und appellierte an die Bundesregierung: „Meine Botschaft an alle Politiker hier: Bitte tun Sie alles dafür, dass wir diesen Krieg gewinnen.“

Auch der neu gewählte JU-Vorsitzende Winkel rief die Bundesregierung dazu auf, die Fußballweltmeisterschaft in Katar zu boykottieren. Auf die Frage, ob er dieses Jahr die WM schaue, sagte Winkel in einem ntv-Interview: „Nein. Ich bin dagegen, jede Sportart, jedes Spiel zum Politikum zu machen, sondern wenn – wie bei dieser WM – offizieller WM-Botschafter sagt, dass Homosexuelle geistig behindert sind, und wenn bei dieser Weltmeisterschaft für jede gespielte Minute drei Arbeiter sterben, dann ist das meiner Meinung nach ein guter Grund, daraus ein politisches Thema zu machen.“ Er fügte hinzu: „Deshalb fordere ich die Bundesregierung auf, diese WM zu boykottieren.“

Der Deutschlandtag der Jungen Union dauert bis Sonntagnachmittag. Am Sonntag wird unter anderem über die Proteste im Iran gesprochen. Der Menschenrechtler Düzen Tekkal wird erwartet.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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