Samstag, Januar 15, 2022
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Sechs Monate nach der Flut: Was passiert mit den Flutspenden?

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Nach den Überschwemmungen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz war die Spendenbereitschaft bundesweit enorm. Allerdings fragen sich viele Menschen nun, wofür das Geld verwendet werden soll.

Sechs Monate nach dem Hochwasser in Westdeutschland sind die Folgen noch immer sichtbar. In den betroffenen Gebieten Nordrhein-Westfalens und Rheinland-Pfalz werden die Sanierungsarbeiten fortgesetzt. Viele Menschen stehen vor den Trümmern ihrer Existenz. Noch ist nicht für alle Bewohner sicher, ob sie jemals in ihre Häuser zurückkehren können.

Doch so schrecklich die Flutkatastrophe auch war, sie hat gezeigt, dass Deutschland in Krisenzeiten zusammenhält. Die Spendenbereitschaft ist seit Beginn des Sturms enorm. Auch heute noch ist die Bereitschaft, den Flutopfern zu helfen, enorm. Jetzt geht es um den Wiederaufbau.

Um herum 18 Milliarden Euro für Rheinland-Pfalz e 12 Milliarden Euro für Nordrhein-Westfalen bezahlt werden Bund und Land bereitgestellt. Dazu kommen zahlreiche Spenden. Allein das „Aktionsbündnis Katastrophenhilfe“ wird seit Juli 2021 unterstützt 88,5 Millionen Euro erhalten.

Zusammen mit Spenden der Mitgliedsorganisationen Caritas International, Deutsches Rotes Kreuz und Diakonie Katastrophenhilfe 142 Millionen Euro zur Verfügung stehen, um von Überschwemmungen betroffene Menschen zu unterstützen. Zusammen mit dem anderen großen Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“, Spenden in Höhe von 362 Millionen Euro zusammen.

Viele Menschen fragen sich, ob das Geld ankommt und an welche Projekte die Spenden gehen. Mehr als ein Drittel Spenden wurden bereits verwendet. Laut Dominique Mann vom „Aktionsbündnis Katastrophenhilfe“ ist ein Großteil der bisher eingesetzten Spenden vor allem in die Stiftung geflossen Nothilfe Und Katastrofennachsorge.

Gefördert werden beispielsweise Haushaltsgeräte wie Geschirrspüler oder Trockner. Aber auch psychosoziale Programme, darunter Angebote zur Mutter-Kind-Betreuung oder Freizeitaktivitäten für Kinder, können mithilfe von Spenden umgesetzt werden.

Neben Nothilfeprogrammen wurden auch größere Projekte mit Spenden finanziert. Zum Beispiel die sogenannten Kleinhaussiedlungen, etwa in Bad Neuenahr in Rheinland-Pfalz. Hier können vorübergehend Menschen einziehen, deren Wohnungen durch die Katastrophe unbewohnbar geworden sind.

Die Wiederaufbauphase hingegen fängt jetzt wirklich erst an. Das liege vor allem an den langwierigen Anträgen aufgrund des Personalmangels und der hohen Bürokratie, sagt Kai Imsande aus Swisttal-Odendorf, der eine Beratungsstelle für Betroffene eingerichtet hat, die sich aus Freiwilligen zusammensetzt.

Bisher in Nordrhein-Westfalen weniger als 1.000 Menschen erhalten einen Rabatt für ihren Umbau. Es ist ein Tropfen im Ozean. Gespendet wird nur, wenn der Staat und die Versicherung ihren Anteil beziffert haben. Elke Friedrich vom Hochwasserhilfswerk der Malteser in Rheinbach erklärt, dass sie fest davon überzeugt sei, dass genügend Spenden für den fast täglichen Bedarf der Betroffenen vorhanden seien.

Er erklärt auch, dass es sinnvoll sei, Spenden nicht sofort zu verteilen, um sicherzustellen, dass noch genügend Geld für spätere Antragsteller und Folgeprojekte vorhanden ist, die in den Vordergrund treten.

Auch Kai Imsande von Odendorf erklärt, dass sich nicht alle Betroffenen proaktiv um die Anträge kümmern und helfen können. Er kennt viele, die mit dem Internet nichts am Hut haben oder sich einfach nicht trauen. In Odendorf appelliert es dann an alle, nach links und rechts zu schauen, ob es Menschen zu betreuen gibt. Wenn das Hochwasser etwas gebracht habe, sei es die Gemeinde gewesen, sagt der Freiwillige.

Allerdings hat die Landesregierung kürzlich entschieden, dass die Auszahlung der Wiederaufbaugelder beschleunigt werden soll.

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