Freitag, Juni 24, 2022
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Separatistenbericht: Chemiewerk Siegerodonetsk umzingelt

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In der Ostukraine gehen schwere Kämpfe weiter. Nach Angaben aus Kiew sind die russischen Truppen weiter vorgerückt. Die prorussischen Separatisten berichteten, dass das Chemiewerk Azot in Sievjerodonetsk umzingelt sei.

Nach Angaben aus Kiew sind russische Truppen bei den anhaltenden schweren Kämpfen in der Ostukraine weiter vorgerückt. Die neu eingenommenen Städte liegen nach Angaben des ukrainischen Generalstabs nur rund zehn Kilometer südwestlich des Verkehrsknotenpunkts Bachmut. Die Russen könnten nun bald die Versorgungswege für das wichtige Verwaltungszentrum Siewjerodonezk abschneiden.

Die Kämpfe um die strategisch wichtige Stadt Siewjerodonezk verliefen nach ukrainischen Angaben zuletzt ohne größere Veränderungen. Russische Truppen „versuchten weiterhin erfolglos“, die volle Kontrolle über das Verwaltungszentrum der Region Luhansk zu erlangen, sagte der Generalstab. Auch in anderen Kämpfen rund um die Stadt wurden die Angreifer zurückgeworfen.

Die prorussischen Separatisten hingegen berichteten, dass das Chemiewerk Azot in Siewjerodonezk umzingelt worden sei. „Alle Fluchtwege sind für sie abgeschnitten“, schrieb der Botschafter der selbsternannten Volksrepublik Luhansk in Moskau, Rodion Miroshnik, auf Telegram.

Miroshnik räumte die Möglichkeit ein, dass sich immer noch Zivilisten auf dem belagerten Azot-Gelände aufhalten könnten. Die ukrainische Seite hatte zuletzt von mehreren hundert Menschen gesprochen, die den Fabrikkeller als Luftschutzkeller nutzten und nun festsitzen. Nach mehr als dreimonatigem Krieg hat Russland bereits mehr als 90 Prozent der Region Luhansk besetzt, in der Siewerodonezk liegt.

Die Kämpfe um das Chemiewerk Azot wecken Erinnerungen an die Belagerung des Stahlwerks Azowstal in der südukrainischen Hafenstadt Mariupol. Mitte Mai ergaben sich die letzten 2.400 ukrainischen Verteidiger, die sich zuvor in den riesigen Bunkern des Industriekomplexes verschanzt hatten. Sie befinden sich jetzt in russischer Gefangenschaft. Viele andere ukrainische Kämpfer überlebten die wochenlange Belagerung nicht: Nach der Eroberung von Asowstal meldete Russlands Militär Ende Mai den Fund von mehr als 150 Leichen.

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