Freitag, Juni 24, 2022
StartNACHRICHTENSicherung der Grenze zu Weißrussland Polen baut einen 140 Kilometer langen Zaun

Sicherung der Grenze zu Weißrussland Polen baut einen 140 Kilometer langen Zaun

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Vor einem Jahr versuchten Tausende Menschen, illegal aus Weißrussland nach Polen einzureisen. Machthaber Lukaschenko soll gezielt Flüchtlinge an die Grenze geschmuggelt haben, um Druck auf die EU auszuüben. Polen stellt jetzt ein langes Stück Zaun fertig.

Nach Angaben des Grenzschutzes hat Polen bisher 140 Kilometer seiner Grenze zu Weißrussland mit einem hohen Zaun gesichert. Die Behörde kündigte an, in den kommenden Tagen mit dem Einbau einer elektronischen Schranke zu beginnen. Ein von der Border Patrol auf Twitter gepostetes Video zeigte einen hohen Zaun aus Metallelementen, davor patrouillierten Geländewagen auf einem breiten Sandstreifen. Die polnisch-belarussische Grenze ist 418 Kilometer lang, davon 186 Kilometer auf dem Landweg, der Rest durch Seen und Flüsse.

Dort eskalierte die Situation im Spätsommer und Herbst vergangenen Jahres: Tausende Menschen versuchten, illegal in die EU einzureisen. Die Europäische Union wirft dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko vor, Migranten aus Krisengebieten organisiert an die EU-Außengrenze zu bringen, um Druck auf den Westen auszuüben. Mit den wärmeren Temperaturen ist die Zahl der versuchten illegalen Grenzübertritte zuletzt wieder gestiegen. Nach Angaben der Grenzschützer versuchten am Samstag 14 Menschen, aus Weißrussland nach Polen zu gelangen.

Ende August hatten Soldaten einen provisorischen Zaun an den Landabschnitten der Grenze errichtet. Seit Ende Januar wird dieser durch einen 5,5 Meter hohen Zaun ersetzt, der mit Bewegungsmeldern und Kameras ausgestattet ist. Für das Projekt ist ein Budget von umgerechnet 366 Millionen Euro vorgesehen. Polen beabsichtigt, die Arbeiten an den verbleibenden Abschnitten bis Ende Juni abzuschließen.

Am 1. Juli sollen die Beschränkungen, die bisher für einen drei Kilometer langen Streifen entlang der Grenze galten, aufgehoben werden. Innenminister Mariusz Kaminski hatte das Gebiet zur Sperrzone erklärt, Ausländer und Helfer durften nicht hinein. Mit der Fertigstellung des Grenzzauns bestehe keine Notwendigkeit mehr für die Beschränkungen, teilte das Innenministerium kürzlich mit.

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