Freitag, Januar 21, 2022
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Sieben-Tages-Inzidenz steigt auf 497,1 – neuer Höchststand

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Die Sieben-Tage-Inzidenz hat mit 479,1 einen neuen Höchststand erreicht – obwohl sich die Omicron-Welle laut Ärzten noch nicht auf den Intensivstationen ausgewirkt hat. Das liegt wohl an der großen Zahl junger Infizierter.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat einen Höchststand erreicht. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Morgen mit 497,1 an. Das bisherige Maximum von 470,6 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche wurde gestern gemeldet.

Am Samstag vergangener Woche lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 335,9. Die Zahl der heute nachgewiesenen Neuinfektionen gab das RKI mit 78.022 an. Am Vortag war mit 92.223 Fällen ein neuer bundesweiter Tageshöchststand erreicht worden.

Auswirkungen der Omicron-Welle auf den Intensivstationen haben die Intensivmediziner noch nicht gesehen. „Wir können die Omicron-Welle derzeit nicht auf den Intensivstationen nachweisen“, sagte Gernot Marx, Präsident des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Glücklicherweise können wir bei Covid-19-Patienten weiterhin rückläufige Zahlen melden.“

Am Donnerstag fielen die Stationen erstmals seit Mitte November knapp unter die Marke von 3000 Covid-Patienten. Marx betonte, dass sich derzeit vor allem jüngere Menschen unter 35 Jahren mit omicron infizieren. „Diese entwickeln deutlich seltener einen schweren Verlauf als ältere Menschen, sind also noch nicht oder nur gelegentlich Patienten auf unseren Intensivstationen.“

Laut Marx ist damit zu rechnen, dass im Vergleich zur Delta-Variante, bei der rund 0,8 Prozent aller Infizierten intensivmedizinisch behandelt werden mussten, deutlich weniger positiv Getestete einen so schweren Verlauf nehmen würden. „Sollten die Inzidenzen aufgrund der sehr schnellen Ausbreitung stark zunehmen, ist das natürlich immer noch ein Problem“, warnte Marx.

Intensivmediziner Christian Karagiannidis drängt auf eine bessere Registrierung von Corona-Patienten in Krankenhäusern. „Die Situation auf den Normalstationen in Deutschland kann besonders dramatisch werden, wenn die Fallzahlen weiter durch die Decke gehen“, sagte der wissenschaftliche Leiter des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin der „Rheinischen Post“.

„Wir brauchen endlich ein Monitoring, das ähnlich wie das Intensivregister Corona-infizierte Krankenhauspatienten zuverlässig erfasst. Das ist bisher ein inakzeptabler Blindflug, den wir uns nicht mehr leisten können.“ Die Bundesregierung müsse schnell Abhilfe schaffen, sagte Karagiannidis.

Der Münchner Experte Clemens Wendtner mahnte, eine vierte Corona-Impfung sollte schnell vorbereitet werden – mit den verfügbaren Impfstoffen. „Für mich wäre eine vierte Impfung vier bis sechs Monate nach der dritten Impfung eine adäquate Maßnahme“, sagte der Chefarzt der Infektiologie am Münchner Klinikum Schwabing der Nachrichtenagentur dpa.

Gleichzeitig wies er aber darauf hin, dass es aufgrund fehlender Daten noch keine Empfehlung der Ständigen Impfkommission für eine vierte Impfung gebe. Oft heißt es, man wolle auf den angepassten Omikron-Impfstoff warten. „Aber ich fürchte, das wird zu lange dauern“, sagte Wendtner. Neue Impfstoffe sind nicht vor April zu erwarten – doch jetzt rollt die Omicron-Welle an.



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