Mittwoch, Dezember 8, 2021
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Spahn zur Corona-Situation "Das ist das Letzte, was wir jetzt tun können"

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Die Corona-Situation in Deutschland spitzt sich zu, in Südafrika wurde eine neue Virusvariante entdeckt. Gesundheitsminister Spahn und RKI-Chef Wieler äußerten sich besorgt. Aber es gibt gute Nachrichten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat dringend zu massiven Kontaktreduktionen aufgerufen, um eine Corona-Katastrophe in Deutschland abzuwenden. „Die Lage ist dramatisch ernst. So ernst wie zu keinem Zeitpunkt in dieser Pandemie“, sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin. Einer befindet sich in einem „nationalen Notstand“. Aber es passiert zu wenig und oft zu spät. „Wir müssen diese Welle jetzt stoppen“, mahnte Spahn. Gleichzeitig machte er sich Sorgen über die in Südafrika aufgetauchte neue Variante des Coronavirus (B.1.1.529).

Ziel müsse es sein, die Verbreitung dieser Variante so weit wie möglich zu stoppen, sagte der amtierende Gesundheitsminister. „Das ist das Letzte, was wir in unserer aktuellen Situation noch brauchen können, dass eine zusätzliche Variante in die Welle kommt.“ Spahn forderte alle Menschen, die in den vergangenen Tagen aus Südafrika und der Region nach Deutschland gekommen sind, auf, sich sicherheitshalber mit einem PCR-Test auf das Virus testen zu lassen. Lesen Sie hier mehr.

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, sagte: „Bis halb zehn weiß ich nicht, dass diese Variante bisher in Europa oder Deutschland gefunden wurde.“ Zugleich betonte er: „Wir sind sehr besorgt. Und ich hoffe sehr, dass es mit Nachdruck dafür kommt, dass zumindest die Verbreitung dieser Variante durch Reisebeschränkungen so weit wie möglich eingeschränkt wird.“

In einigen Provinzen Südafrikas steigen die Infektionszahlen sehr stark an. Allerdings muss zunächst geprüft werden, ob diese mit dem neuen Virustyp zusammenhängen. Ob die neue Variante den Krankheitsverlauf ändert oder die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe mindert, lässt sich Spahn zufolge noch nicht sagen.

    (Quelle: theaktuellenews) (Quelle: theaktuellenews)

Mit Blick auf die rasant steigenden Infektionszahlen sagte Wieler: „Ich erwarte jetzt von den Entscheidungsträgern, dass sie alle Maßnahmen ergreifen, um die Fallzahlen gemeinsam zu senken.“ Alle Kontakte müssten so weit wie möglich reduziert werden. „Mit jedem Kontakt, den wir nicht haben, mit jedem Treffen, das wir verpassen, mit jeder Menschenmenge, die wir meiden, tragen wir dazu bei, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.“

Auch der RKI-Chef pausierte kurz, um der mehr als 100.000 Corona-Toten in Deutschland zu gedenken. Dann fragte er: „Welche Sterblichkeitsrate würde uns davon überzeugen, dass dies eine schwere Krankheit ist? Wie viele Menschen müssen noch sterben, damit wir unser Verhalten anpassen können?“ Er appellierte an die Bürgerinnen und Bürger: „Bitte lassen Sie sich impfen oder erfrischen. Bitte halten Sie sich auch an alle in den Bundesländern beschlossenen Maßnahmen.“

Spahn kritisierte, dass zu viele, selbst wenn sie politisch verantwortlich wären, es für in Ordnung hielten. Aus den bisher stark betroffenen Regionen im Süden und Osten Deutschlands werde sich die Welle jedoch „weiter nach Westen und Norden bewegen“. Kurzfristig mache nur eines den entscheidenden Unterschied, sagte Spahn: „Die Zahl der Kontakte muss runter, deutlich runter. Das nützt alles nichts.“ Konkret nannte er einheitliche Zugangsregeln nur für Geimpfte und Genesende mit Zusatztest (2G plus) und die Absage von Feiern und Großveranstaltungen. Dass Weihnachtsmärkte in einigen Bundesländern noch erlaubt sind, sorgt deshalb bei Spahn für Unverständnis: „Das passt nicht in die Zeit.“

Das Beste wäre eine Ministerpräsidentenkonferenz mit der Bundesregierung in den nächsten Tagen, betonte Spahn. Dies ist derzeit für den 9. Dezember geplant. Der Minister beklagte, dass es derzeit zu viele Nebentätigkeiten wie neue Impfvorschriften oder neue Corona-Gremien gebe. Auch in Kliniken gilt es nun, planbare Operationen zu verschieben. Innerhalb Deutschlands müssten nun bis zu 100 Intensivpatienten mit hohem Aufwand in andere Krankenhäuser verlegt werden. Dies ist jedoch nicht unbegrenzt.

Gute Nachrichten gibt es laut Spahn: „Die Impfkampagne nimmt wieder Fahrt auf.“ In den letzten drei Tagen wurden mehr als 300.000 Impfungen durchgeführt. In dieser Woche wurden bereits zwei Millionen Auffrischungsimpfungen durchgeführt. „Jede Impfung lässt hoffen, dass dieser Winter nicht so dunkel wird, wie es derzeit aussieht.“

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