Samstag, Mai 21, 2022
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Spanien: Gaspreisobergrenze für die Stromerzeugung

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Die spanische Regierung hat eine Preisobergrenze für Gas zur Stromerzeugung festgelegt. Diese Maßnahme soll für zwölf Monate gelten und die Verbraucher entlasten.

Die spanische Regierung geht gegen hohe Energiepreise vor und begrenzt die Kosten für Gas, das zur Stromerzeugung verwendet wird. Die Stromrechnung für Verbraucher und Unternehmen, die einen regulierten Stromtarif haben, wird voraussichtlich um fast 40 Prozent niedriger ausfallen. Er ist an die Strompreisbörsen gebunden, und Kunden mit einem solchen Tarif spüren jeden Preissprung sofort. Regierungssprecherin Isabel Rodriguez erklärte, dies werde Ruhe in die Wirtschaft bringen und Sicherheit und Klarheit geben.

Die Preisobergrenze für Gas zur Stromerzeugung wird zunächst auf 40 Euro pro Megawattstunde festgelegt und liegt in den nächsten zwölf Monaten im Durchschnitt bei knapp 50 Euro – aktuell liegt der Preis pro Megawattstunde etwa doppelt so hoch. Teresa Ribera, die spanische Ministerin für ökologischen Wandel, erklärte, dass fast 40 Prozent der Privathaushalte und 70 Prozent der Industriekunden entlastet würden. Die Maßnahme bietet Schutz für Verbraucher, Unternehmen und Großindustrie.

Auch Ribera kritisierte die Stromkonzerne: Sie hätten nicht auf den Anstieg der Strompreise in den vergangenen Monaten reagiert, sondern einfach hohe Gewinne gemacht. Die unmittelbarste Auswirkung der Preisobergrenze ist, dass künftig nur noch mit Erdgas erzeugter Strom zum Gaspreis vergütet wird. „Wir eliminieren auch den Ansteckungseffekt für die restliche Energiewirtschaft, den Gaspreiseffekt. Außerdem sinken die extrem hohen Gewinne der Energiekonzerne, die zu sehr niedrigen Kosten produzieren“, sagt Ribera.

Energieversorger wie Iberdrola fürchten um ihre Gewinnmargen, weil sie mit dem bestehenden System bisher gutes Geld verdient haben. Iberdrola betreibt große Windparks – Wind und andere erneuerbare Energien lassen sich vergleichsweise günstig erzeugen. Allerdings ist der Strom genauso teuer wie der aus Gasturbinenkraftwerken, denn Verbraucher mit reguliertem Tarif zahlen im aktuellen System immer so viel, wie an der Börse für den teuersten produzierten Strom angesetzt wird – und das ist der mit produzierte Strom Gas. Iberdrola-Chef Ignácio Sánchez Galán erklärte kürzlich auf einer Veranstaltung, dass nur Idioten bei diesem Tarif bleiben.

Sánchez Galán hat sich für diese Äußerung inzwischen zumindest halbwegs mit einem Post auf Twitter entschuldigt. Er möchte sich aufrichtig entschuldigen, wenn jemand durch einige umgangssprachliche Ausdrücke beleidigt war. Das sei eine große Peinlichkeit gewesen, sagte Minister Ribera. „Ich denke nicht, dass es für einen Unternehmer klug ist, seine Kunden als Dummköpfe zu bezeichnen, besonders unter diesen Umständen“, sagte sie.

Die Regelung zur Preisobergrenze soll bis spätestens Montag im spanischen Amtsblatt veröffentlicht werden und am Folgetag in Kraft treten. Die endgültige Genehmigung durch die Europäische Union steht jedoch noch aus, bevor die Gaspreisobergrenze vollständig angewendet werden kann. Die Preisobergrenze wird gleichzeitig in Spanien und Portugal angewendet. Beide Länder hatten von der Europäischen Union eine Sonderregelung erwirkt, die es ihnen erlaubt, für zwölf Monate in den Strommarkt einzugreifen.



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