Donnerstag, Januar 20, 2022
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Specht bewertet Omikron-Standort "Die Zahlen werden in drei Wochen deutlich sinken"

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Deutschland hat mehr als 92.000 Corona-Neuinfektionen, die Sieben-Tage-Inzidenz springt auf einen Rekordwert. Grund zur Panik? Nein, sagt Arzt und Medizinjournalist Dr. Interview mit Christoph Specht. „Wir müssen wirklich aufhören, nur diesen Vorfall zu betrachten.“ Man kann frühere Zahlen nicht mit den aktuellen vergleichen.

The Aktuelle News: Können Sie die Sieben-Tage-Inzidenz noch nachvollziehen?

Christoph Specht: Wir haben den Eindruck, dass wir die Zahlen vergleichen könnten. Einmal innerhalb eines Landes, wenn wir vergangene Zahlen mit aktuellen vergleichen. Und wir haben das Gefühl, dass wir sie länderübergreifend vergleichen können. Aber das ist nicht der Fall. Wir können sie nicht im Land und im ganzen Land vergleichen.

Warum nicht?

Es wird anders getestet, die Leute machen die Tests anders, in einigen Ländern gibt es kostenlose Tests, in anderen Ländern muss man dafür bezahlen. In Deutschland hinken wir beim Sammeln der Zahlen wohl etwas hinterher. Aber die Omikron-Variante wird sich weiter durchsetzen, und die Stückzahlen werden noch weiter steigen. Wir müssen aufhören, wirklich nur auf dieses Ereignis zu schauen.

Was genau stört dich daran?

Wir waren uns vor sechs Monaten einig, dass Vorfälle nicht helfen würden. Damals war von omicron noch keine Rede, jetzt machen wir wieder genau das Gleiche: Wir schauen nur auf die Inzidenz. Das ist ein Fehler.

Haben Sie den Eindruck, dass Politik und Medizin in Deutschland zu zurückhaltend agieren?

Es hat sich ein bisschen das Gefühl verbreitet, dass wir Menschen virenfrei sein müssen, nicht nur Sars-CoV-2-virenfrei, sondern auch frei von anderen Viren. Das ist nicht der Fall. Wir haben täglich mit Viren zu tun. Würden wir auf andere Viren testen, auch solche, die schon länger bei uns sind, dann hätten wir immer positive Testzahlen in der Bevölkerung. Das wird bei Sars-CoV-2 zumindest in den kommenden Wintern der Fall sein. Davon müssen wir uns befreien. Im Prinzip ist nichts falsch daran, mit Viren zu leben, wir tun dies seit Tausenden von Jahren. Auch mit Sars-CoV-2 werden wir gut leben können. Wir haben jetzt die Chance, in diese Phase einzutreten.

Die Gefahr wird also aktuell überschätzt?

Unterschätzen Sie Omicron nicht, in Zukunft werden Menschen daran sterben. Das war auch bei anderen Virusinfektionen so und wird hier auch in Zukunft so sein. Nur eben nicht in den Größenordnungen, die wir bisher gesehen haben.

Wann beruhigt sich die Lage?

Die Zahlen werden zum Frühling hin sinken. Ich gehe sogar davon aus, dass die Omicron-Zahlen in den nächsten zwei bis drei Wochen deutlich sinken werden.

Daniel Schüler sprach mit Christoph Sprecher

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