Dienstag, Januar 31, 2023
StartNACHRICHTENSpektakulärer Millionenraub Hat die Sparkasse Schließfächer unzureichend gesichert?

Spektakulärer Millionenraub Hat die Sparkasse Schließfächer unzureichend gesichert?

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Diebe mieten eine Wohnung über einer Sparkasse und brechen von dort in den Tresorraum ein. Der millionenschwere Coup schaffte es sogar in die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“. Ein Gerichtsbeschluss spricht nun von unzureichenden Maßnahmen der Bank – es kommt zur Anhörung.

Knapp anderthalb Jahre nach einem spektakulären Einbruch in eine Filiale der Hamburger Sparkasse (Haspa) mit Schäden in zweistelliger Millionenhöhe kommt der Schadensersatzstreit im März vor Gericht. Aus einem aktuellen Urteil des Landgerichts Hamburg geht hervor, dass die Kammer die Sicherungsmaßnahmen im Tresorraum nach vorläufiger Einschätzung für unzureichend hält. Die Vereinbarung über die Haftungsbeschränkung in den Bedingungen für die Anmietung der Schließfächer sollte daher einer Überprüfung nicht standhalten.

Im August 2021 haben unbekannte Täter mit einem schweren Kernbohrer eine Betondecke in die Umkleidekabine einer Wohnung über der Haspa-Filiale im schleswig-holsteinischen Norderstedt aufgebrochen und etwa die Hälfte der mehr als 1.200 Abteile aufgebrochen. Eine umfangreiche Fahndung mit Durchsuchungen in Berlin und einem Beitrag in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ brachte die Polizei bisher nicht auf die Spur der Täter.

Rechtsanwalt Jürgen Hennemann, der derzeit sechs Kläger vertritt, nannte eine Gesamtschadenssumme von rund 40 Millionen Euro. Die Haspa hingegen spricht weiterhin von Schäden in Höhe von elf Millionen Euro. Laut Hennemann war die Haftung nach den Bedingungen des Geldinstituts auf 40.000 Euro pro Schließfach begrenzt.

Die Sicherheitssysteme im Tresorraum der Haspa-Filiale in Norderstedt seien zum Zeitpunkt des Einbruchs auf dem neuesten Stand der Technik gewesen, sagte Haspa-Sprecherin Stefanie von Carlsburg. „An dieser Einschätzung hat sich auch mit der vorläufigen Beurteilung der Sach- und Rechtslage durch das Landgericht Hamburg nichts geändert.“ Die Haspa wird daher zunächst die Begründung des Gerichts prüfen und analysieren.

Eine weitere Stellungnahme des Unternehmens zum laufenden Verfahren gab es nicht. Das Landgericht wies in seiner vorläufigen Einschätzung darauf hin, dass der Bewegungsmelder keinen Alarm ausgelöst habe, als sich die Täter im Tresorraum aufhielten. Rechtsanwalt Hennemann sprach von einem Bewegungsmelder „auf Baumarktniveau“. Aus Sicht der Kammer hätte die Haspa nach einem ähnlichen, aber erfolglosen Einbruchsversuch in einer Filiale in Hamburg-Altona Anlass gehabt, die Sicherheit des Tresors in Norderstedt zu überprüfen und zu verbessern.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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