Sonntag, Mai 22, 2022
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Staat um Millionen betrogen Berliner Betrüger verkaufen Immobilien in Russland

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Ohne dass Moskau etwas davon mitbekommt, sollen Berliner Immobilienbetrüger riesige Grundstücke in russischem Besitz verkauft haben. Ein Zahnarzt, der sich als Kreml-Beamter ausgibt. Allein ein Verkauf brachte 13,5 Millionen Euro ein. Russland kämpft nun um Eigentumsrechte.

Russland ist offenbar Opfer eines millionenschweren Immobilienbetrugs in Deutschland geworden. Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt nach Recherchen des „Spiegel“ gegen mehrere Verdächtige, die im vergangenen Jahr mindestens vier russische Staatsimmobilien in Berlin verkauft haben sollen – ohne dass Moskau davon etwas mitbekommen hätte. Im Zentrum der Ermittlungen steht ein 69-jähriger Zahnarzt aus Berlin, der sich mit angeblich gefälschten Vollmachten als Vertreter der Präsidialverwaltung des Kreml ausgegeben und Käufer, Notare und Grundbuchämter getäuscht haben soll.

Gegen den Zahnarzt und seinen 57-jährigen Vertrauten, der ihm die falschen Kreml-Vollmachten besorgt haben soll, wird nun wegen des Verdachts des gemeinsamen Betrugs und der Urkundenfälschung ermittelt. Laut dem „Spiegel“ vorliegenden Grundbuchakten hat der Zahnarzt im September 2021 mit seinen angeblichen Vollmachten ein rund 17.000 Quadratmeter großes Areal am alten Flugplatz im Ost-Berliner Stadtteil Karlshorst sowie drei leerstehende Wohnhäuser verkauft das früher Angehörige der Roten Armee beherbergte. Der Kaufpreis betrug 13,5 Millionen Euro.

Nach Recherchen des „Spiegel“ erfuhr die russische Botschaft erst im März 2022 von dem Verkauf der Grundstücke. Sie informierte das Auswärtige Amt und erstattete Strafanzeige. Wie ein Sprecher der Botschaft auf Anfrage mitteilte, unterstütze die Botschaft die Staatsanwaltschaft bei ihren Ermittlungen. Gleichzeitig wird derzeit die „Frage der Wiederherstellung der Eigentumsrechte der Russischen Föderation an Immobilien“ geklärt. Auf Betreiben der Staatsanwaltschaft wurde das Grundstück vorsorglich beschlagnahmt und ein Großteil des Kaufpreises eingefroren.

Neben dem Areal in Berlin-Karlshorst soll der Zahnarzt auch versucht haben, das ehemalige sowjetische Generalkonsulat in Berlin-Dahlem und ein Seegrundstück der Russischen Föderation in Brandenburg zu verkaufen. Zudem wurde offenbar der Verkauf des ehemaligen Bürogebäudes der russischen Fluggesellschaft Aeroflot unweit des Brandenburger Tors, das direkt neben der Botschaft steht, vorbereitet. Die Verteidiger des angeklagten Zahnarztes und seiner Vertrauten wollten sich auf Anfrage nicht äußern.

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