Samstag, Oktober 1, 2022
StartNACHRICHTENStarte das "Artemis"-Mission: Zum Mond, zum Mars

Starte das "Artemis"-Mission: Zum Mond, zum Mars

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Am Montag will die NASA mit „Artemis 1“ erstmals seit fast 50 Jahren wieder eine Rakete zum Mond schicken. Es könnte die amerikanische Raumfahrt in den Weltraum vorantreiben – aber was, wenn die Mission fehlschlägt?

An Superlativen mangelt es bei dieser Mission nicht: die stärkste Rakete der Welt, der weiteste Flug, den Menschen jemals unternehmen werden, der längste Aufenthalt einer Raumkapsel im All ohne Andocken. In Tests hat die NASA bewiesen, dass sie bereit ist, zum Mond zurückzukehren – aber am Montag muss sie zeigen, dass das, was sie entworfen und gebaut hat, in den harten Realitäten des Weltraums funktioniert.

Gegen 14:30 Uhr deutscher Zeit öffnet sich ein zweistündiges Startfenster. Dann soll die eigens für diese Mission gebaute Trägerrakete namens „Space Launch System“, kurz SLS, abheben und die oben sitzende Raumkapsel Orion ins All bringen.

Die Raumsonde soll in etwa zwei Wochen zum Mond fliegen, ihn etwa zwei Wochen lang mehrmals umkreisen, schließlich zur Erde zurückkehren und am 10. Oktober im Pazifik landen. Die Mission ist für 42 Tage geplant.

Die NASA will nicht nur testen, ob die Rakete erfolgreich gestartet und das Raumschiff erfolgreich zum Mond gebracht werden kann. Der letzte Teil ist besonders wichtig: Kommt die Orion-Kapsel sicher zurück? Hält der Hitzeschild beim Eintritt in die Erdatmosphäre? Denn schon bei der nächsten Mission sollen Menschen in der Orion-Kapsel sitzen.

Mit „Artemis 2“ sind 2024 erstmals seit 1972 wieder Astronauten im Mondorbit. Mit „Artemis 3“ sollen frühestens 2025 wieder Menschen den Mond betreten – darunter die erste Frau und die erste Person of Color. Zwölf Menschen haben bisher den Mond betreten. Alles Amerikaner, alles weiße Männer.

Und die Amerikaner wollen nicht nur zurück zum Mond – sie nennen das „Artemis“-Programm eine „Moon to Mars Mission“. Gemeinsam mit europäischen und anderen Partnern wird bereits eine Raumstation gebaut, die in wenigen Jahren dauerhaft den Mond umkreisen soll. „Gateway“ heißt das Projekt und ist eine Art ISS, nur kleiner. Dort sollen Raumfähren andocken und Besatzungen auf dem Weg zum Mond einen Zwischenstopp einlegen können.

„Gateway“ soll auch ein Zwischenstopp auf dem Weg der USA zum Mars sein. Raumfahrzeuge für den Mars könnten hier relativ nahe an der Erde getestet werden, bevor sie tiefer ins All geschickt werden. Denn die Anziehungskraft des Mondes ist viel geringer als die der Erde – man kann ihr leichter entkommen. Auch die Auswirkungen der kosmischen Strahlung auf den menschlichen Körper sollten hier genauer erforscht werden, bevor Menschen zum Mars geschickt werden. Der Mars wird frühestens in den späten 2030er oder frühen 2040er Jahren erwartet. Ziel: Schneller sein als China.

Die Mission „Artemis“ ist nicht unumstritten. Insbesondere die Entwicklung der Trägerrakete hat sich mehrfach verzögert, die Kosten sind explodiert. Insgesamt soll die Mission bis 2025 93 Milliarden Dollar kosten. Laut NASA kostet ein einziger „Artemis“-Start 4,1 Milliarden US-Dollar. Allein das macht klar: Der Start von „Artemis 1“ darf auf keinen Fall schief gehen.

Gelingt es, könnte es die amerikanische Raumfahrt ins All befeuern – scheitert es, könnte es für lange Zeit das Ende der Ambitionen der NASA bedeuten. Daraus folgt, dass die NASA kein Risiko eingehen wird. Sollten bis zum angekündigten Start am Montag um 14:33 Uhr deutscher Zeit Probleme auftreten oder das Wetter nicht mitspielen, wird der Start verschoben. Weitere mögliche Starttage sind der 2. und 5. September.

Auf der anderen Seite bereitet die NASA den ganz großen Bahnhof für Montag vor. US-Vizepräsidentin Kamala Harris wird eintreffen und eine Rede halten. Herbie Hancock wird die Nationalhymne spielen und Star-Cellist Yo-Yo Ma wird „America the Beautiful“ mit dem Philadelphia Orchestra aufführen.

Bisher läuft laut NASA alles nach Plan. Aber am Ende wird sie Vorsicht vor Schnelligkeit stellen. Denn eines kann sie sich nicht leisten: dass nicht alles klappt, wenn man anfängt.



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Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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