Sonntag, Januar 23, 2022
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Statt Corona-Bonus wollen Kliniken Steuerbefreiungen für Pflegekräfte

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Lange Zeit werden finanzielle Anreize für Pflegekräfte verbal durchgekaut – ohne dass etwas passiert. Die Regierungsparteien haben nun zumindest einen Corona-Bonus für die Berufsgruppe angekündigt. Die Kliniken haben einen anderen Vorschlag.

In der Debatte um die finanzielle Anerkennung von Pflegekräften aufgrund der Belastungen durch die Corona-Krise schlagen die Kliniken einen steuerfreien Freibetrag statt einer Prämie vor. Das wäre für einige Mitarbeiter deutlich besser als eine einmalige Prämie, sagte der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gass. Eine Zulage könnte für das vergangene und für dieses Jahr gelten und würde zudem Anreize für Pflegende geben, wieder in den Beruf zurückzukehren oder ihre Arbeitszeit zu verlängern.

SPD, Grüne und FDP haben einen Corona-Bonus für Pflegekräfte angekündigt. Dafür will die Regierung eine Milliarde Euro bereitstellen und die Steuerfreiheit für Bonuszahlungen auf 3000 Euro erhöhen. Gesundheitsminister Karl Lauterbach hatte klargestellt, dass der Bonus vor allem an jene Pflegekräfte gezahlt werden soll, die in der Pandemie besonders gestresst waren. Eine solche Beschränkung auf einen bestimmten Kreis war kritisiert worden.

Mit Blick auf die Corona-Situation äußerte sich die Krankenhausgesellschaft besorgt, dass es nach der vierten Welle nun „keinen Tiefpunkt“ geben werde – sondern eher steigende Patientenzahlen, auch auf vielen Intensivstationen, aufgrund der Virusvariante Omikron.

Der Verein bat um zusätzliche finanzielle Unterstützung. „Die aktuellen Ausgleichszahlungen sind richtig, aber nicht ausreichend für die sich jetzt aufbauende Welle“, sagte Gass. Die meisten Krankenhäuser haben keine Reserven, um noch mehr Verluste auszugleichen. Das Rettungspaket deckt derzeit noch nicht 500 bis 600 Krankenhäuser ab, obwohl auch diese immens von der Pandemie betroffen sind.

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