Donnerstag, Februar 2, 2023
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Steigende Lebenshaltungskosten: Mieterbund beklagt steigende Indexmieten

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Das Leben wird teurer – das macht sich auch beim Mieten bemerkbar. Immobilienbesitzer setzen zunehmend auf indexierte Mieten. Es handele sich um eine „unzumutbare Kostenfalle“, klagt der Mieterbund.

Laut dem Deutschen Mieterbund (DMB) sind immer mehr Neuvermietungen an die Inflation gekoppelt. In den größeren Metropolen seien im vergangenen Jahr bei durchschnittlich 30 Prozent der Neuverträge sogenannte Indexmieten vereinbart worden, berichtete der Berliner Mieterbund.

Für diese Schätzung stützt sich der DMB auf die Beratung der Mietervereine Berlin, Hamburg, Hannover, Köln, Frankfurt und Düsseldorf, die zusammen jährlich rund 232.000 Beratungen durchführen.

„Vermehrt kommen Mieter mit Fragen zu Indexmieten zu unseren Beratungsstellen. Der Beratungsanteil zu diesem Thema hat sich innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt“, sagte der Präsident des Mieterbundes Lukas Siebenkotten.

Sozial- und wohnungspolitisch ist es nicht zu verantworten, dass jeder dritte neu abgeschlossene Mietvertrag an die Inflation gekoppelt war.

Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) muss Indexmieten verbieten, fordert Siebenkotten. Für Berlin geht der Mieterbund davon aus, dass bis zu 70 Prozent der neuen Mietverträge eine Indexierung beinhalten, das ist deutlich mehr als im Durchschnitt der betroffenen Städte.

„Viele Vermieter schöpfen die Möglichkeiten zum Inflationsausgleich in bestehenden Mietverträgen voll aus und haben die Mieten ihrer Mieter allein im Krisenjahr 2022 um bis zu 15 Prozent erhöht“, sagte Siebenkotten laut Mitteilung. „Hinzu kommen die enorm gestiegenen Kosten für Heizung und Strom.“

Der Trend zu indexierten Mieten hat laut DMB deutlich zugenommen. Waren es 2021 noch etwa 10-15 Prozent der Beratungsfälle mit indexierten Mieten, war dieser Anteil 2020 marginal. Die für indexierte Mieten relevante Inflation erreichte im vergangenen Jahr den höchsten Stand seit Bestehen der Bundesrepublik. Die Verbraucherpreise stiegen im Jahresdurchschnitt um 7,9 %.

Justizminister Buschmann wies im Dezember Forderungen der SPD nach einer Reform der Indexmieten zurück. Mieter mit solchen Verträgen hätten sich in den vergangenen Jahren besser gestellt als Mieter mit anderen Verträgen, sagte er der „Rheinischen Post“. Denn die Lebenshaltungskosten sind in der Vergangenheit langsamer gestiegen als die Vergleichsmieten, auf denen Mieterhöhungen meist basieren.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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