Dienstag, Dezember 6, 2022
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Sternekoch Alfons Schuhbeck droht wegen Steuerhinterziehung eine Haftstrafe

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Alfons Schuhbeck hat als Koch angefangen und dann ein regelrechtes Firmennetzwerk aufgebaut. Inzwischen hat er Insolvenz angemeldet – und könnte jetzt sogar im Gefängnis landen. Sein Prozess wegen Steuerhinterziehung beginnt am Mittwoch.

In Alfons Schuhbecks „Teatro“ in München setzt der Starkoch derzeit aufs Träumen: „Am Abend, wenn die Welt in ein sanftes Abendrot versinkt, beginnt im funkelnden Teatro-Spiegelzelt die Zeit des Träumens“, schreibt der 73-Jährige. Jährige auf der Website über die dort für Oktober geplante Sendung „Moonia“. Für Schuhbeck selbst bietet der Monat jedoch vor allem eine Konfrontation mit der harten Realität: Am Landgericht München I beginnt heute sein Prozess wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung in Millionenhöhe.

Der Veranstaltungsort ist geschichtsträchtig: Saal 134 des Münchner Justizpalastes. Vor acht Jahren wurde dort jemand aus der Münchner Szene wegen Steuerhinterziehung verurteilt. Uli Hoeneß, langjähriger Präsident des FC Bayern München, wurde 2014 zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt – und landete tatsächlich hinter Gittern.

Die Geschichte könnte sich wiederholen. Im Fall Schuhbeck geht es Medienberichten zufolge um rund zwei Millionen Euro an hinterzogenen Steuern. Und nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe aus dem Jahr 2012 droht in der Regel ab einer Millionensumme eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung. Sollte Schuhbeck also wegen der mutmaßlichen Taten verurteilt werden, ist Gefängnis eine realistische Option.

In 25 Fällen hat ihm die Staatsanwaltschaft Steuerhinterziehung vorgeworfen, bis zum 22. Dezember sind 18 Verhandlungstage angesetzt. Bei den mutmaßlichen Tatorten handelt es sich laut Medienberichten um die Münchner Restaurants „Orlando“ und „Südtiroler Stuben“. Einem Mitangeklagten wird Beihilfe vorgeworfen. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, soll es sich um einen Computerspezialisten handeln, der ein Programm entwickelt haben soll, das regelmäßig Posten aus den Tageseinnahmen löschte und sich so an den Finanzbehörden vorbeimanövrierte.

Für Schuhbeck dürfte der Prozess der Tiefpunkt seiner Karriere werden. Aus ihm, der eigentlich Nachrichtentechniker werden wollte, wurde einer der bekanntesten Köche und Gastronomen der Republik. Er hat schon für die Beatles und Charlie Chaplin, die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel und Queen Elizabeth II. gekocht – und immer wieder für den FC Bayern München. Sein Name ist eine Marke. Er baute ein Firmennetzwerk mit drei Restaurants, einem Cateringservice, einer Eisdiele und Gewürzläden auf. Der Bayer, der sich als Innovator der bayerischen Küche versteht, ist nicht nur Wirt, sondern auch Unternehmer, Autor zahlreicher Kochbücher und häufiger Gast im Fernsehen. „Ich habe meine Hände noch nie in den Schoß gelegt“, sagte er an seinem 70. Geburtstag vor drei Jahren. „Egal wie die Zeiten sind: Man muss handeln, statt zu reagieren.“

Vor drei Jahren wurden jedoch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München I wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung gegen Schuhbeck bekannt. In diesem Zusammenhang wurden auch seine Geschäftsräume durchsucht. „Ich werde sehr eng und sehr offen mit den Behörden zusammenarbeiten, um alle Vorwürfe zu entkräften“, sagte der Koch damals. Er stehe „den Behörden in allen Fragen“ Rede und Antwort. Kurz vor Beginn des Prozesses wollten sich jedoch weder Schuhbeck noch seine Anwälte zu dem Vorgang äußern.

Im vergangenen Jahr wurde bekannt, dass Schuhbecks Imperium in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Er meldete Insolvenz an und begründete dies mit fehlenden Staatshilfen im Zuge der Corona-Pandemie. „Da die angekündigten Staatshilfen bis heute nicht in vollem Umfang bei mir angekommen sind, muss ich für mein Unternehmen Insolvenz anmelden“, sagte Schuhbeck damals laut einer Mitteilung mit der Überschrift „Das nächste Corona-Opfer“. Schuhbeck gab damals bekannt, er habe bis zuletzt auf staatliche Finanzhilfen gehofft und privates Geld in sein Unternehmen investiert. „Aber jetzt ist es vorbei.“

Allerdings hat Schuhbeck nach Angaben des Bundesamtes für Justiz (BFJ) seit 2017 keine Geschäftsberichte mehr veröffentlicht, was gegen die Offenlegungspflicht verstößt. Ein Bußgeldverfahren wurde eingeleitet.

Vor Gericht geht es Schuhbeck nun nicht nur um seinen Ruf und seine berufliche Zukunft – sondern auch um seine Freiheit. Trotz dieser Schicksalsschläge benannte die Justiz den Prozess halbwegs humorvoll nach einer der Lieblingszutaten des Kochs: Ingwer.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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