Sonntag, November 28, 2021
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Streit mit britisch-französischen Fischern planen die Blockade des Ärmelkanals

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Die französischen Fischer wollen im Streit mit den Briten um Fangrechte offenbar ein deutlicheres Zeichen setzen. Sie wollen die Handelsrouten über den Ärmelkanal kurzzeitig unterbrechen. Für die britischen Einzelhändler könnte dies weitere Engpässe im Weihnachtsgeschäft bedeuten.

Im Fischereistreit zwischen Großbritannien und Frankreich wollen französische Fischer an diesem Freitag Verkehrswege über den Ärmelkanal blockieren. Geplant sind unter anderem Blockaden am Kanaltunnel in Calais. Es gehe um zeitlich begrenzte, symbolische und gewaltfreie Proteste, betonte der Fischereiverband. Betroffen sind neben Calais auch die Häfen Saint-Malo und Ouistreham. Die Aktionen sind eine Reaktion auf die britische Blockade der Erteilung von Fanglizenzen an französische Fischer.

Trotz monatelanger Verhandlungen weigerten sich London und die Kanalinsel Jersey, legitime Lizenzen zu erteilen. Ein Sprecher des britischen Premierministers Boris Johnson sagte in London, die Lage werde „sehr genau“ beobachtet und es lägen „Notfallpläne“ vor. Frankreich müsse jedoch sicherstellen, „dass es keine illegalen Handlungen gibt und der Handel nicht beeinträchtigt wird“.

Die Kanalstraße zwischen Calais und Dover ist die wichtigste Handelsroute Großbritanniens. Ein Großteil der Waren vom Kontinent gelangt entweder über Fähren oder den Eurotunnel auf die Insel. Eine Blockade dieser Verkehrswege könnte daher die britische Wirtschaft schwer treffen. In den Häfen von Calais, Saint-Malo und Ouistreham wollen die Fischer den Fährverkehr mit ihren Booten für ein bis zwei Stunden unterbrechen. In Calais soll zudem die Lkw-Zufahrt zum Ärmelkanaltunnel über die Autobahn für zwei Stunden gesperrt werden.

Nach Berechnungen des französischen Fischereiverbandes hat die britische Seite noch 237 Lizenzen ausgestellt. Die Fischer lieferten alle angeforderten Informationen und verzichteten auf Gegenmaßnahmen für eine Rückkehr an den Verhandlungstisch. Es scheint nun, dass die Ergebnisse nicht mit ihrer Geduld und ihrem guten Willen vereinbar sind.

Die EU-Kommission strebt eine Lösung des Konflikts bis zum 10. Dezember an. Das teilte der zuständige EU-Kommissar Virginijus Sinkevicius am Mittwoch auf Twitter mit. „Wir intensivieren die Gespräche über eine endgültige Lösung bis zum 10. Dezember 2021“, sagte Sinkevicius nach einem Gespräch mit dem britischen Umweltminister George Eustice.

Im Streit zwischen Paris und London geht es um Fanglizenzen für französische Fischer vor den Kanalinseln Jersey und Guernsey, die unter britischer Krone stehen. Die Inseln liegen viel näher an der französischen Küste als an der englischen Küste. Seit dem Austritt Großbritanniens aus der EU müssen Fischer aus Frankreich Lizenzen beantragen. Wegen der Ablehnung verschiedener Anträge wirft Frankreich Großbritannien vor, sich nicht an die Brexit-Abkommen zu halten. London lehnt dies ab.

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