Donnerstag, August 11, 2022
StartNACHRICHTENStreit um Eintrittsalter: Rente mit 70: Ampel gesperrt

Streit um Eintrittsalter: Rente mit 70: Ampel gesperrt

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Mit 70 in Rente gehen? Metal-General-Boss Wolf hat eine emotionale Debatte entfacht. Die Partner der Ampelkoalition distanzieren sich von dem Vorschlag.

Die Vertreter der Ampelparteien lehnen eine Anhebung des Renteneintrittsalters ab. Der Bundestagsvize der Grünen, Andreas Audretsch, bezeichnete die Initiative von Total-Metal-Chef Stefan Wolf, mit 70 in Rente zu gehen, als ungerecht.

Etwa 15 Prozent aller älteren Menschen würden derzeit sterben, bevor sie überhaupt das gesetzliche Rentenalter erreichen, sagte Audretsch dem RND. Viele zogen sich vorzeitig aus Erschöpfung zurück. Die Idee, Krankenschwestern, Stahlarbeiter oder Feuerwehrleute bis 70 arbeiten zu lassen, zeige, „dass nicht alle bereit sind, die Lebenswirklichkeit vieler Menschen anzuerkennen.

SPD-Arbeitsmarktexperte Michael Gerdes sagte gegenüber Zeitungen des Deutschen Verlagsnetzwerks (RND): „Wer 67 ist, muss in Rente gehen können.“ Eine weitere Anhebung des gesetzlichen Rentenalters würde für viele, die nicht mehr arbeiten könnten, eine Kürzung der Renten bedeuten. „Das ist nicht fair“, betonte Gerdes. Wer länger arbeiten möchte, kann auf freiwilliger Basis die flexible Rente nutzen, die laut Koalitionsvertrag rentabler werden soll.

„Wir unterstützen eine geteilte Rente und ein flexibles Rentenalter statt der 68-jährigen Rente, wie es Schweden tut“, sagte die FDP-Bundestagsfraktion. „Jeder über 60 sollte selbst entscheiden, wann er in Rente geht“, sagte Pascal Kober, Sprecher für Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik, dem RND. „Wer zuerst aufhört, bekommt weniger, wer später aufhört, bekommt mehr.“

Der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Wolf, sprach sich am Montag für eine schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre aus, da sonst das Rentensystem „mittelfristig nicht mehr finanzierbar wäre“. Eine weitere Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters haben die Ampelparteien in ihrem Koalitionsvertrag allerdings ausgeschlossen. Diese wird seit 2012 sukzessive erhöht und liegt derzeit bei 67 für ab Jahrgang 1964 Geborene.

Selbst die Gewerkschaftsfraktion im Bundestag lehnt eine Rente mit 70 ab. „Für die Anhebung der Regelaltersgrenze besteht kein Handlungsbedarf“, sagte der Vorsitzende des Arbeitskreises Arbeit und Soziales, Stephan Stracke (CSU), RND.

Der Vorstandsvorsitzende des Paritätischen Gesamtverbandes, Ulrich Schneider, kritisierte den Antrag als „Rentenkürzung mit Ankündigung“. „Um die Rente solidarisch und zukunftssicher zu finanzieren, brauchen wir stattdessen die Einführung eines Bürgerversicherungssystems, in das alle einzahlen, auch Selbständige, Freiberufler, Politiker und Beamte“, sagte Schneider dem RND . . .

Die Wirtschaftswissenschaftlerinnen Monika Schnitzer und Veronika Grimm zeigten sich dagegen offen für ein höheres Renteneintrittsalter. „Um die Rente auch in Zukunft zu gewährleisten, gibt es drei Parameter: Renteneintrittsalter, Beitragshöhe und Rentenhöhe“, sagte Schnitzer den Funke-Zeitungen. „Man wird nicht umhin kommen, an allen drei Schrauben zu drehen, wenn wir künftige Generationen nicht überfordern wollen.“

Auch das Mitglied des Beirats zur Bewertung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung forderte eine Flexibilisierung der Wochenarbeitszeit: „Manche möchten gerne mehr verdienen und sind bereit, dafür länger zu arbeiten. Andere arbeiten lieber etwas weniger.“ .“

Auch die Grimm-Ökonomie hält es für notwendig, den Ruhestand an eine längere Lebenserwartung zu koppeln. „Die Lebenserwartung steigt und der Gesundheitszustand älterer Menschen verbessert sich im Schnitt“, sagte Grimm der „Rheinischen Post“. „Dafür ist auch eine Anpassung des Renteneintrittsalters erforderlich, damit die Rentenversicherung bezahlbar bleibt.“ Gleichzeitig sollen die Weiterbildungsmöglichkeiten während des gesamten Berufslebens verbessert werden.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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