Freitag, Juni 24, 2022
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Strom für Wärmelampen zu teuer Briten werfen Schlangen und Eidechsen aus

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In Großbritannien scheinen Haustiere als erste unter stark steigenden Stromkosten zu leiden. Viele Briten entsorgen derzeit ihre Schlangen und Eidechsen, weil die Wärmelampen zu viel Energie fressen. Experten befürchten, dass sich die Situation im Herbst verschärfen wird.

Aufgrund steigender Energiepreise in Großbritannien geben immer mehr Reptilienbesitzer ihre Haustiere auf. In den ersten drei Monaten dieses Jahres seien mehr Reptilien in Pflege gegeben worden als im gesamten Jahr 2021, sagte der Leiter des National Center for Reptile Welfare (NCRW), Chris Newman, gegenüber der BBC. „Finanzen sind offensichtlich das größte Problem. Die Menschen haben Angst, dass sie es sich nicht mehr leisten können, die Tiere zu heizen und zu füttern“, sagte Newman. Eine NCRW-Studie ergab, dass 80 Prozent derjenigen, die ihre Tiere aufgeben, aus „wirtschaftlichen Gründen“ gehandelt haben.

In Großbritannien stiegen die Grundenergiekosten zum 1. April um 54 Prozent. Die Erhöhung war bereits vor dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine beschlossen worden – im Herbst wird mit einer weiteren drastischen Erhöhung gerechnet. Viele Reptilien müssen ständig Hochenergie-Wärmelampen ausgesetzt werden. Vor allem die Pflegekosten für Bartagamen sind sehr hoch: Der Verkauf solcher Eidechsen hat laut NRCW mit Sitz in Tonbridge im Südosten Englands deutlich zugenommen.

Die BBC beschrieb den Fall von Teresa Morris, die vier Jahre lang eine Kornnatter gehalten und das Tier mit dem Namen Ziggy nun an NCRW übergeben hat. „Ich bin nicht glücklich darüber, aber ich muss klare Entscheidungen treffen, weil finanziell den ganzen Tag die Wärmelampe an ist“, sagte sie. Teresa, die als Betreuerin arbeitet, sagte dem Sender, ihre Rechnungen seien wegen der Warteschlange um mehr als 20 Pfund pro Monat gestiegen.

Auch die Organisation Proteus Reptile Trust registrierte in Mittelengland deutlich mehr Tierabgaben sowie Abgaben in Kartons und außerhalb von Zoofachgeschäften. Die Tierschutzorganisation RSPCA befürchtet angesichts steigender Energiekosten eine Verschärfung der Situation.

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