Dienstag, Dezember 6, 2022
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Strom- und Gaskosten: Energiepreisdämpfung: Was, wann, für wen?

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Die Semaphorregierung will die Kosten für Strom, Gas und Fernwärme eindämmen. Doch wie wirken die Energiepreisbremsen und für wen gelten sie? Ein Überblick.

Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine hat auch in Deutschland zu einem starken Anstieg der Energiepreise geführt. Mit «Preisbremsen» für Strom, Gas und Fernwärme will der Bund die Folgen für Haushalte und Gewerbe abfedern. Sie sollen ab März in Kraft treten – nach vielfacher Kritik sind die Erleichterungen nun rückwirkend für Januar und Februar angesetzt.

Die Politik hat mehrere Entlastungsmaßnahmen beschlossen, etwa eine Energiepreispauschale von 300 Euro für steuerpflichtige Arbeitnehmer im September und eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Gaslieferungen.

Der nächste Schritt: Im Dezember gibt es eine einmalige Soforthilfe für Gas- und Fernwärmekunden. Sie sind daher nicht verpflichtet, Vorauszahlungen zu leisten. Die gezahlten Beträge müssen jedoch von den Energieversorgern in der nächsten Rechnung verrechnet werden. Anspruch auf Soforthilfe haben insbesondere Familien und kleine und mittlere Unternehmen, aber auch Sozial-, Forschungs- und Bildungseinrichtungen.

Die Förderung gilt auch für Mietwohnungen. Die Entlastung ist dann mit der anschließenden jährlichen Wohnungseigentumsabrechnung an die Mieter abzuführen. Die genaue Höhe der Entlastung für Gaskunden wird laut Verbraucherzentrale in einem zweiten Schritt über die Jahresmeldung ermittelt.

Nach am Dienstag aus Regierungskreisen bekannt gegebenen Plänen sollen die Preisbremsen erst ab März greifen, die Entlastungsbeiträge für Januar und Februar werden dann aber rückwirkend gutgeschrieben. Geplant sind seit März neue niedrigere Rabatte, bei denen Preisbremsen berücksichtigt wurden.

Beide Regelungen gelten bis Ende April 2024. Eine Regierungsentscheidung wird in Kürze erwartet. Dem entsprechenden Gesetz müssen dann Bundestag und Bundesrat zustimmen, voraussichtlich Mitte Dezember.

Für Haushalte und kleine und mittlere Unternehmen werden 80 Prozent des prognostizierten Jahresverbrauchs bis September 2022 auf 12 Cent pro Kilowattstunde für Erdgas und 9,5 Cent pro Kilowattstunde für Fernwärme gedeckelt, beides brutto. Für die restlichen 20 Prozent gilt der mit dem Energieversorger vertraglich vereinbarte Preis. Damit sollen Verbraucher dazu animiert werden, möglichst viel Gas und Wärme einzusparen.

Wichtig: Wenn Sie mehr als 80 Prozent gefördertes Gas verbrauchen, gilt für jede weitere Kilowattstunde der neue Höchstpreis im Liefervertrag. Wer weniger verbraucht hat, spart aber für jede eingesparte Kilowattstunde Gas zum neuen hohen Vertragspreis, auch wenn er mehr als 20 Prozent gespart hat.

Wie bei Gas und Fernwärme: 80 % der Haushalte und Kleingewerbe haben eine Obergrenze von 40 Cent pro Kilowattstunde. Für diejenigen, die bereits mehr als 40 Cent zahlen, soll die Bremse laut Regierung direkt ihre monatliche Stromrechnung senken. Normalerweise wird der Abzug auf der Grundlage des bisherigen Stromverbrauchs berechnet.

Wenn Sie mehr als 80 Prozent Ihres bisherigen Stromverbrauchs verbrauchen, gilt für jede weitere Kilowattstunde der neue Höchstpreis im Liefervertrag. Dadurch soll ein Anreiz geschaffen werden, weniger Strom zu verbrauchen. In der Jahresabrechnung am Ende soll der tatsächliche Verbrauch zu den jeweiligen Preisen abgerechnet werden.

Verbraucher müssen nichts dafür tun. Laut Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen dürften die Strom- und Gaspreisdämpfungen direkt die monatliche Zahlung mindern. Lieferanten sollten sich um die Abrechnung kümmern. Die ER für Gas und Wärme vom Dezember sollten automatisch auch beim Kunden landen.

Nein, das geht laut Verbraucherschützer Sieverding nicht. Auch dann nicht, wenn der Vermieter die Entlastung nicht gleich berücksichtigt.

Sie richtet sich nach den vertraglich vereinbarten Preisen. Und das Strompreis ca. 46 Cent pro KilowattstundeLaut einer Beispielrechnung des Vergleichsportals Check24 kostet eine Modellfamilie mit einem Jahresverbrauch von 5.000 Kilowattstunden maximal 40 Cent um 220 Euro reduziert. Ein Single mit einem Verbrauch von 1.500 Kilowattstunden würde sich um 66 Euro reduzieren.

Zum maximaler Gaspreis es ist ähnlich, hier sollte die Grenze bei 12 Cent liegen. Bezahlen Sie die Verbraucher 17,9 Cent pro Kilowattstundelaut dem Vergleichsportal Verivox eine zweiköpfige Familie mit einem Jahresverbrauch von 12.000 Kilowattstunden 556 Euro pro Jahr entlastet wird, einmalig (5.000 Kilowattstunden/Jahr) bei 232 Euro.

Nein Die geplante Gaspreisbremse gilt nur für Erdgas, nicht für Flüssiggas, das in Tankschiffen zum Kunden gebracht wird. Laut Verbraucherzentrale sollen Haushalte mit Öl- oder Pelletheizungen Geld aus einem Härtefallfonds erhalten, wenn es sonst zu „unzumutbaren Belastungen“ käme. Die Kriterien dafür sind noch offen.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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