Donnerstag, Dezember 8, 2022
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Studie: Inflation ist größte Sorge Jeder fünfte Jugendliche hat Schulden

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Alle sechs Monate befragen Jugendforscher 14- bis 29-Jährige zu ihren Ängsten, Erwartungen, politischen Einschätzungen und ihrer finanziellen Situation. Die aktuelle Erkenntnis: Die junge Generation hat Bedenken, aber viele scheinen sich an den „Dauerkrisenmodus“ zu gewöhnen.

Laut einer Umfrage hat jeder fünfte Jugendliche in Deutschland Schulden, viele 14- bis 29-Jährige sparen Energie und fürchten Inflation und Krieg. Dennoch ist die jüngere Generation weiterhin relativ zufrieden mit ihrer persönlichen Situation, auch wenn die Befürchtung wächst, dass die Jahre des Wohlstands vorbei sind. Das sind die Ergebnisse einer Studie der Jugendforscher Simon Schnetzer und Klaus Hurrelmann. Für die halbjährlich durchgeführte Trendstudie „Jugend in Deutschland“ wurden im Oktober 1.027 Jugendliche und junge Erwachsene online befragt.

Ein wesentlicher Teil ist die Frage nach den größten Sorgen dieser Altersgruppe. Aktuell steht die Inflation (71 Prozent) an der Spitze, gefolgt vom Krieg in Europa (64) und dem Klimawandel (55). In der Umfrage stimmten 20 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen der Aussage zu: „Ich habe Schulden“. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) gab an, aufgrund der Inflation Energie zu sparen, indem sie zum Beispiel weniger heizen und kalt duschen und mehr reduzierte Waren kaufen (51 Prozent). Ein Viertel gibt an, den Kauf von Bio-Produkten eingeschränkt zu haben.

Der Krieg in der Ukraine beunruhigt viele junge Menschen nach wie vor. 38 Prozent sind „sehr groß“ oder „ziemlich groß“, dass sie sich auf ganz Europa ausbreiten werden. 27 Prozent haben wenig oder keine Angst davor. 35 Prozent sagen weder noch. Deutlich mehr junge Menschen als im Frühjahr (54 Prozent (+25)) machen sich jetzt Sorgen um die Inflation. Viele Jugendliche klagen weiterhin über psychische Belastungen wie Stress oder Antriebslosigkeit. Allerdings haben sich auch hier einige Umfragewerte entspannt.

Der Anteil derjenigen, die gelernt haben, mit dem „Dauerkrisenmodus“ ohne psychische Belastung umzugehen, ist laut Studie leicht gestiegen, „weil sich eine gewisse Routine im Umgang mit Ausnahmesituationen eingestellt und Widerstände („Resilienz“) entwickelt haben“. . Dennoch weisen die Autoren darauf hin, dass sich bei einer „erschreckend großen Minderheit“ seelische Sorgen verfestigt und verstärkt haben, sodass dringend Unterstützung notwendig sei. 16 Prozent berichteten von Hilflosigkeit und 10 Prozent (+3) von Selbstmordgedanken. Dies sei ein „dringendes Warnsignal“.

Junge Menschen bewerten die politische, wirtschaftliche und soziale Entwicklung im Land und die Lebensqualität heute schlechter als noch vor einem halben Jahr. Auch in diesen Bereichen blicken sie skeptischer in die Zukunft. Dies spiegele die Angst der jungen Generation in Deutschland wider, dass die Jahre des Wohlstands zu Ende gehen, heißt es. Die persönliche Situation (berufliche Chancen, soziale Anerkennung, finanzielle Situation, psychische und körperliche Gesundheit) wird positiv bewertet, aber auch hier haben sich die Werte verschlechtert. „Alles in allem“ sind die meisten aber noch zufrieden mit ihrem Leben.

„Das deutet darauf hin, dass trotz der Verschlechterung noch eine solide Basis für eine grundsätzlich positive persönliche Stimmung vorhanden ist.“ Die Tatsache, dass jeder fünfte Mensch Schulden hat, ist laut der Studie eine „erschreckende Erkenntnis“. „Der Trend zu sogenannten Klarna-Schulden nimmt zu“, so die Autoren. Zahlungen für Online-Bestellungen werden über die Firma Klarna abgewickelt, es ist auch möglich auf Rechnung zu kaufen und später zu bezahlen.

„Jugendliche scheinen besonders anfällig für den Konsum auf Kredit zu sein, wenn es um Markenkleidung und andere Identifikationsobjekte geht, die mit Anerkennung oder sozialem Status in ihrem Umfeld verbunden sind“, schreiben die Jugendforscher. Zudem entstehen beim Spielen von Computerspielen häufig Schulden mit sogenannten In-Game-Käufen. Es wird daher an Entscheidungsträger in Bildung und Politik appelliert, „finanzielle Bildung für junge Menschen dringend in die Lehrpläne aufzunehmen“.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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