Donnerstag, Dezember 1, 2022
StartNACHRICHTENstudieren mit "Licht und Schatten" ...

studieren mit "Licht und Schatten" OECD sieht Zunahme von hohen Bildungsabschlüssen

- Anzeige -


Die OECD stellt Deutschland in ihrem jährlichen Bildungsbericht insgesamt eine gute Note aus. Deutlich mehr junge Menschen erwerben einen höheren Bildungsabschluss als noch vor 20 Jahren. Gleichzeitig steigt die Zahl der Menschen, die weder einen Job noch eine Ausbildung haben.

Im Jahresbericht „Bildung auf einen Blick“ der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) schneidet das deutsche Bildungssystem im internationalen Vergleich gut ab. Der Bericht enthalte „wie immer Licht und Schatten“, sagte Kornelia Haugg, Staatssekretärin im Bundesbildungsministerium. Laut OECD hat der Anteil jüngerer Menschen mit einem hohen Bildungsniveau in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich zugenommen. Allerdings ist der Anteil derer, die weder in Ausbildung noch in Arbeit sind, zuletzt gestiegen.

2021 verfügten in Deutschland 36 Prozent der 25- bis 34-Jährigen über einen sogenannten Tertiärabschluss, gegenüber 22 Prozent im Jahr 2000. Ein Tertiärabschluss ist ein Abschluss einer Universität oder Fachhochschule oder ein Meistertitel. Als Gründe für den Anstieg werden eine steigende Nachfrage nach hochqualifizierten Fachkräften und bessere Verdienstmöglichkeiten genannt. OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher sprach von einem „sehr hohen Einkommensbonus“ für höhere Abschlüsse.

Im Ländervergleich hinkt Deutschland allerdings mit 36 ​​Prozent bei der Höherqualifizierung hinterher. Dies gehe auch „auf das sehr starke Berufsbildungssystem hierzulande zurück, das mehr berufliche Möglichkeiten eröffnet als die Systeme vieler anderer OECD-Staaten“, hieß es. Im OECD-Raum verfügten im vergangenen Jahr 48 Prozent der jungen Erwachsenen über einen höheren akademischen oder beruflichen Abschluss – laut Bericht ein Rekordwert. Im Jahr 2000 waren es 27 Prozent.

Im Durchschnitt der OECD-Staaten verdienen Vollzeitbeschäftigte mit Hochschul- oder Meisterabschluss rund 50 Prozent mehr als Beschäftigte mit Berufsausbildung oder Abitur und fast doppelt so viel wie Beschäftigte ohne Berufsausbildung oder mit mittlerem Schulabschluss. „Bildung zahlt sich aus“, sagte Schleicher.

Fast jeder zehnte Jugendliche in Deutschland befindet sich dem Bericht zufolge weder in Ausbildung noch in Arbeit. Der Anteil der 18- bis 24-Jährigen ist von 8,2 Prozent vor Corona auf 9,7 Prozent im vergangenen Jahr gestiegen. Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Karin Prien, sieht einen Grund in der Zuwanderung der letzten Jahre. Sie nannte die Entwicklung „erklärbar, aber nicht zufriedenstellend“. Diesen Jugendlichen und Jugendlichen muss man sich natürlich noch intensiver zuwenden.

Von der Grundschule bis zur Universität gibt Deutschland dem Bericht zufolge mehr Geld für jeden Schüler aus als der OECD-Durchschnitt. 2019 waren es umgerechnet 14.632 $ (OECD-Durchschnitt 11.990 $). Der Gegenwert von 121.000 US-Dollar wurde pro Schüler zwischen 6 und 15 Jahren für Bildung ausgegeben (OECD-Durchschnitt 105.502 US-Dollar).

Der Lehrermangel in Deutschland hat laut Experten nichts mit Geldmangel zu tun. Die Durchschnittsgehälter in der Mittelstufe in Deutschland beispielsweise gehören zu den höchsten im OECD-Raum und sind mehr als doppelt so hoch wie der OECD-Durchschnitt. Auch Lehrkräfte in Deutschland haben den Angaben zufolge ein geringeres Unterrichtspensum.

Dadurch hätten Lehrkräfte in Deutschland mehr Zeit für die Unterrichtsvorbereitung und für die Interaktion mit den Schülerinnen und Schülern außerhalb des Unterrichts, was auch der Unterrichtsqualität zugute kommt. Um mehr junge Menschen für den Beruf zu begeistern, müssten laut Schleicher attraktivere Karrieremöglichkeiten und -wege geboten werden und Möglichkeiten, professionell im Team zu arbeiten, etwa in der Unterrichtsentwicklung.

Positiv hervorzuheben ist, dass viele Kinder in Deutschland an frühkindlicher Bildung teilnehmen. Im Jahr 2020 besuchten 39 Prozent der Kinder unter drei Jahren in Deutschland eine Kindertagesstätte oder eine andere Kindertagesstätte. Das liegt deutlich über dem OECD-Durchschnitt (27 Prozent) und mehr als doppelt so hoch wie 2005 (17 Prozent). Bei den Drei- bis Fünfjährigen liegt die Quote mit 94 Prozent ebenfalls über dem Durchschnitt. Auch das Betreuungsverhältnis ist deutlich besser: In Deutschland betreut eine Erzieherin sieben Kinder; der OECD-Durchschnitt liegt bei 13 Kindern pro Facharbeiter.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare