Freitag, Januar 21, 2022
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Sven Lehmann – Queer-Beauftragter: Ein Kind sollte vier Eltern haben dürfen

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Der Grünen-Politiker Sven Lehmann will die Rechte gleichgeschlechtlicher Ehen stärken – etwa in lesbischen Partnerschaften. Er hält auch weitere Reformen für möglich.

Der erste Queer-Beauftragte der Bundesregierung, Sven Lehmann (Grüne), hat sich für eine Stärkung der Rechte in gleichgeschlechtlichen Ehen ausgesprochen. „Wird ein Kind in eine Ehe mit Vater und Mutter hineingeboren, hat es automatisch zwei Elternteile. Wird es in eine Ehe zwischen zwei Frauen hineingeboren, hat es nach der aktuellen Rechtslage nur einen Elternteil. Das wollen wir ändern.“ Lehmann gegenüber der Funke Mediengruppe“.

Darüber hinaus hält Lehmann eine weitere Modernisierung des Familienrechts für möglich. „Künftig sollen sich mehr als zwei Elternteile das Sorgerecht für ein Kind teilen können. Ein Kind soll bis zu vier Sorgeberechtigte haben dürfen, denn mittlerweile wächst jedes dritte Kind in einer Familiensituation auf, die nicht einer klassischen Ehe entspricht .“ Eine Ausweitung der sogenannten kleinen Obsorge auf bis zu vier Elternteile ist möglich.

Der Begriff „queer“ stammt aus dem Englischen und bezeichnet all jene sexuellen oder geschlechtlichen Identitäten, die von der heterosexuellen Mehrheit abweichen. Dazu gehören zum Beispiel homo-, trans- oder intersexuelle Menschen. Der Begriff hat damit ein viel breiteres Bedeutungsfeld als ältere Begriffe wie „schwul“ oder „lesbisch“.

Lehmann ist seit 2017 Mitglied der Grünen im Bundestag. Seit dem Regierungswechsel ist er zudem Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Von 2018 bis 2021 war er Sprecher für Queer- und Gesellschaftspolitik der Grünen-Bundestagsfraktion.

Insgesamt sieht Lehmann in Deutschland noch viele Diskriminierungen und Aggressionen gegenüber Homosexuellen: „Das ist die Realität in Deutschland im Jahr 2022: Homophobie beginnt auf dem Schulhof und hört auch im Profifußball nicht auf.“ Lehmann wartet „jeden Tag“ darauf, dass ein aktiver deutscher Fußballer seine Homosexualität gesteht. Dies setzt den Spieler jedoch stark unter Druck. Deshalb fände er es besser, wenn mehrere Profis gleichzeitig gestehen würden.

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