Sonntag, November 28, 2021
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Tausende von Tränengas-Einsatz in Istanbul bei Demonstrationen gegen Gewalt gegen Frauen

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In der Türkei und in Spanien haben sich zahlreiche Menschen an Protesten gegen Gewalt gegen Frauen beteiligt. In Istanbul setzte die Polizei Tränengas gegen die Demonstranten ein. Laut UN Women hat fast jede dritte Frau weltweit körperliche oder sexuelle Gewalt erfahren.

In Spanien und der Türkei gingen am Internationalen Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen zahlreiche Menschen auf die Straße. Tausende Menschen nahmen an Demonstrationen in Madrid und Barcelona teil und forderten auf Transparenten „Genug männliche Gewalt gegen Frauen. Lösungen jetzt!“ In der türkischen Metropole Istanbul setzte die Polizei Tränengas gegen die Demonstranten ein.

Auch in Valencia, Sevilla und anderen spanischen Städten demonstrierten zahlreiche Menschen für die Rechte der Frauen. Der Kampf gegen häusliche Gewalt ist in Spanien sehr wichtig. 2004 verabschiedete das spanische Parlament mit überwältigender Mehrheit das erste europäische Gesetz zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt. „Wir werden nur eine gerechte Gesellschaft sein, wenn wir jeder Form von Gewalt gegen Frauen ein Ende setzen“, sagte der sozialistische Ministerpräsident Pedro Sánchez auf Twitter.

Hunderte Menschen nahmen an einer Kundgebung gegen Gewalt gegen Frauen in Istanbul teil. Sie trugen Transparente mit der Aufschrift „Sei nicht zu männlicher Gewalt“ und forderten die Regierung auf, zum Übereinkommen von Istanbul zurückzukehren. Als die Demonstranten versuchten, eine Polizeilinie zu durchbrechen, setzte die Polizei Tränengas ein.

Die Istanbul-Konvention des Europarats ist ein international verbindliches Abkommen zum Schutz von Frauen vor Gewalt. Im Juli zog sich die Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan aus dem Abkommen zurück. Damit hatte Erdogan konservativen und islamistischen Kreisen entgegengekommen. Sie hatten den Umzug mit der Begründung gefordert, dass die Konvention die Einheit der Familie verletze und Scheidung und Homosexualität fördere.

In der Türkei wurden nach Angaben der Organisation We Will Stop Femicide seit Jahresbeginn insgesamt 345 Frauen getötet. In Spanien wurden in diesem Jahr bisher 37 Frauen von ihren Partnern oder Ex-Partnern getötet.

Laut UN Women, der Organisation der Vereinten Nationen für die Gleichstellung der Geschlechter, hat fast jede dritte Frau weltweit körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt. „Gewalt gegen Frauen ist eine globale Krise“, sagte Sima Bahous, Chefin von UN Women, in einer Videobotschaft.

Papst Franziskus rief die Menschen dazu auf, bei Gewalt gegen Frauen nicht wegzusehen. „Die verschiedenen Formen des Missbrauchs, die viele Frauen erleiden, sind feige und erniedrigende Männer und die gesamte Menschheit.“

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