Freitag, Juni 24, 2022
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Tesla-Fabriken sind "gigantische Geldverbrennungsanlagen"

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Laut CEO Elon Musk haben sich die neuen Tesla-Autofabriken als „gigantische Geldverbrenner“ entpuppt. Die Werke in Grünheide und Texas verlieren derzeit „Milliarden Dollar“.

Die Hiobsbotschaften des US-Elektroautoherstellers Tesla häufen sich. Konzernchef Elon Musk kündigte am Dienstag an, in den kommenden Monaten bis zu 3,5 Prozent der Stellen abzubauen. Er bekräftigte, dass er in naher Zukunft mit einer Rezession in den USA rechnet. Doch das sind offenbar nicht die einzigen Stressfaktoren für das Nasdaq-Schwergewicht, wie nun aus einem gestern veröffentlichten Interview hervorgeht.

Die neuen Tesla-Fabriken in Grünheide bei Berlin und im texanischen Austin verlieren laut den Gesprächen im vergangenen Monat derzeit Milliarden. „Die beiden Fabriken in Berlin und Austin sind im Moment gigantische Geldöfen“, sagte Musk dem Fanclub der Tesla Owners of Silicon Valley. „Es ist wirklich wie ein gigantisches Dröhnen, dieses Geräusch von brennendem Geld.“

Grund seien fehlende Batterien und Lieferkettenprobleme wegen der Situation in den chinesischen Häfen, erklärte Musk. Das Werk in Texas ist offenbar deutlich stärker betroffen als das Werk in Grünheide. In Texas würden derzeit nur verschwindend wenige Autos vom Band rollen.

Es gibt Schwierigkeiten, die Produktion der neuen 4680-Batterien hochzufahren, und die Werkzeuge zur Herstellung der traditionellen 2170-Batterien „stecken in einem Hafen in China fest“, sagte Musk. Das Werk in Grünheide stehe „etwas besser da“, weil von Anfang an die traditionellen 2170er-Akkus verbaut seien.

Der Tech-Milliardär bezeichnete die vergangenen zwei Jahre angesichts der anhaltenden Lieferkettenprobleme der Autoindustrie als „absoluten Alptraum“. Auch der Tesla-Chef warnte: „Wir sind noch nicht darüber hinweg“. Für Tesla geht es darum, das Unternehmen am Laufen zu halten, damit die Mitarbeiter weiter bezahlt werden können und der Konzern nicht pleite geht.

Elon Musks drastische Worte wecken Erinnerungen. Auch in den Jahren des Neuen Marktes gab es viele Unternehmen, die innerhalb kürzester Zeit viel Geld verbrannten. Damals maßen Investoren den Erfolg eines Unternehmens nicht am Gewinn, sondern an der Cash-Burn-Rate.

Je mehr Kapital ein Start-up in kurzer Zeit verschlingt, desto besser. Während des Dotcom-Booms galt eine hohe Cash-Burn-Rate als Tugend, nicht als Makel. Aber die Zeiten haben sich geändert. Heutzutage ist eine hohe Cash-Burn-Rate für Analysten und Investoren gleichermaßen ein ernstzunehmendes Warnsignal.

Umso erstaunlicher ist die ruhige Reaktion der Börse auf die Aussagen des Tesla-Chefs: Im nachbörslichen Handel in den USA verlor die Tesla-Aktie gerade einmal 0,8 Prozent. Allerdings hatte das Papier in den vergangenen Monaten bereits einiges an Federn verloren.

Seit dem Allzeithoch Ende Dezember 2021 bei 1243 US-Dollar ist die Tesla-Aktie in der Spitze um 50 Prozent gefallen. Es liegt derzeit bei 700 $.

Hohe Anlaufkosten und Verluste in der Anlaufphase neuer Fabriken wie in Grünheide und Austin sind relativ normal und per se unbedenklich. Doch auch mit seinem etablierten Werk in Shanghai steht Tesla offenbar vor Herausforderungen. „Die Covid-Abschaltungen in China waren, gelinde gesagt, sehr, sehr schwierig“, sagte Musk.

Der Elektroautobauer plant, den Großteil der Produktion am Standort Shanghai in den ersten beiden Juliwochen aufgrund von Modernisierungsarbeiten zur Produktionssteigerung auszusetzen, heißt es in einem internen Memo.



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