Sonntag, Mai 15, 2022
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Tochter bittet um Begnadigung Ruandas Nationalheld offenbar schwer krank

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Paul Rusesabagina aufgeführt während des Völkermords in Ruanda Mitte der 90er Jahre Hunderte Menschen vor dem Tod. 2020 wird er verhaftet und zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt. Nun ist der 67-Jährige wohl schwer erkrankt. Seine Adoptivtochter bittet um seine Begnadigung.

Die Adoptivtochter des in Ruanda inhaftierten Regierungskritikers Paul Rusesabagina hat seine Begnadigung gefordert und auf schwere Gesundheitsprobleme ihres Vaters verwiesen. Nur der ruandische Staatschef Paul Kagame kann ihren Vater befreien, sagte Carine Kanimba in Brüssel. Rusesabagina, Held des international beachteten Films „Hotel Ruanda“, war seit September wegen „Terrorismus“ zu 25 Jahren Haft verurteilt worden.

Nach Angaben der Adoptivtochter erlitt der 67-jährige Rusesabagina vor einigen Wochen im Gefängnis vermutlich einen Schlaganfall. Die Familie verweist unter anderem auf eine halbseitige Gesichtslähmung. Ärzte hätten dagegen behauptet, der Kagame-Kritiker leide nur unter psychischen Fragen, sagte Kanimba. Dies zeigt, dass die Ärzte „von den gleichen Verantwortlichen geschickt wurden, die ihn entführt und gefoltert haben“, betonte sie.

International bekannt wurde Paul Rusesabagina durch den Film „Hotel Ruanda“, der vom Völkermord in dem ostafrikanischen Land im Jahr 1994 handelte. Damals starben innerhalb weniger Wochen mehr als 800.000 Menschen. Rusesabagina leitete zu diesem Zeitpunkt das „Hotel des Mille Collines“ in Kigali. Dort gewährte er mehr als 1200 Menschen Zuflucht und rettete ihnen so das Leben. 2004 wurde seine Geschichte mit Don Cheadle in der Hauptrolle verfilmt, es folgten drei Oscar-Nominierungen. 2006 honorierte der damalige US-Präsident George W. Bush Rusesabaginas Mut mit der höchsten Verdienstmedaille, der Presidential Medal of Freedom.

Seit 1996 lebte Paul Rusesabagina in den USA und in Belgien im Exil. Im August 2020 wurde er in Ruanda festgenommen. Nach Angaben seiner Tochter und seiner Anwältin Kate Gibson war er auf eine Reise nach Burundi gelockt worden. Beim Umstieg in Dubai sei er dann gegen seinen Willen nach Kigali geflogen worden, wo man ihn nach seiner Haftung drei Tage lang im Schlachthof festgehalten und gefoltert habe.

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