Freitag, Juni 24, 2022
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Todesurteil in Donezk: Familie kritisiert „Schauprozess“

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Die Familie eines der drei in Donezk zum Tode Verurteilten widersetzt sich dem Urteil. Dies ist das Ergebnis eines „illegalen Schauprozesses“. Die Separatisten sagten, sie bereiten einen weiteren Prozess vor.

Die Familie eines von prorussischen Separatisten in der Ostukraine zum Tode verurteilten Briten hat ihre Bestürzung über den Ausgang des Prozesses in der selbsternannten Volksrepublik Donezk zum Ausdruck gebracht. „Unsere ganze Familie ist am Boden zerstört und traurig über den Ausgang des illegalen Schauprozesses“, sagte die Familie des 48-Jährigen. Sie forderte seine Freilassung und Behandlung als Kriegsgefangener gemäß den Genfer Konventionen.

Der Mann war von einem Gericht zusammen mit einem weiteren Briten und einem Marokkaner wegen ihrer Unterstützung des Kampfes der Ukraine gegen Russland zum Tode verurteilt worden. Das Gericht befand die drei Männer für schuldig, Schritte unternommen zu haben, um einen Machtwechsel mit Gewalt herbeizuführen. Sie wurden auch wegen Söldnertätigkeiten und Terrorismus angeklagt.

Das britische Außenministerium teilte im Namen der Familie mit, dass der Verurteilte vier Jahre in der Ukraine gelebt habe. Die Familie beschrieb ihn als Mitglied einer ukrainischen Marineinfanteriedivision, die half, die Hafenstadt Mariupol zu verteidigen, bevor sie von russischen Streitkräften eingenommen wurde.

Als solcher forderte die Familie, dass er alle Rechte eines Kriegsgefangenen nach den Genfer Konventionen haben sollte. „Wir hoffen aufrichtig, dass alle Parteien dringend zusammenarbeiten, um die sichere Freilassung oder den sicheren Austausch zu gewährleisten“, heißt es in der Erklärung der Familie.

Die Ukraine und westliche Länder haben den Prozess gegen die Männer als Betrug und Verstoß gegen die Regeln der Kriegsführung kritisiert. Das Auswärtige Amt wertete die Todesurteile als schockierend und als klaren Verstoß gegen das Völkerrecht.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow bezeichnete die Todesurteile als Entscheidung eines unabhängigen Staates. Laut Lawrow finden diese Prozesse auf der Grundlage der Gesetzgebung der „Volksrepublik Donezk“ statt. In Russland selbst gilt seit 1997 ein Moratorium für die Todesstrafe, nicht jedoch in den selbsternannten Volksrepubliken in der Ostukraine.

Die prorussischen Separatisten erklärten derweil, sie bereiten auch ein Verfahren gegen einen südkoreanischen Staatsbürger vor, der auf Seiten der Ukraine gekämpft haben soll. Der Mann konnte jedoch entkommen. Sie sagten, er sollte in Südkorea vor Gericht gestellt werden.

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