Mittwoch, Oktober 20, 2021
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Tödlicher Anschlag in Norwegen: Polizei geht von Terrorakt aus

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Nach dem Anschlag im norwegischen Kongsberg mit fünf Toten geht die Polizei von einem terroristischen Hintergrund aus. Der mutmaßliche Täter stand zuvor wegen des Verdachts der islamistischen Radikalisierung im Fokus der Behörden.

Nach der Gewalttat mit fünf Toten und zwei Verletzten im norwegischen Kongsberg geht die norwegische Polizei nun von einem terroristischen Hintergrund aus. „Die Vorfälle in Kongsberg scheinen derzeit ein terroristischer Akt zu sein“, heißt es in einer Mitteilung des Polizeisicherheitsdienstes.

Die Ermittlungen zu den genauen Hintergründen dauern noch an, hieß es. „Die Bedrohungslage in Norwegen wird nach wie vor als moderat eingeschätzt.“

Ein 37-jähriger Däne schoss an verschiedenen Orten in Kongsberg, unter anderem in oder in einem Supermarkt, mit Pfeil und Bogen auf Menschen und tötete fünf von ihnen: vier Frauen und einen Mann. Zwei weitere Personen wurden schwer verletzt. Sie liegen auf der Intensivstation, aber Ihr Leben ist nicht in Gefahr.

Der Mann war der Polizei als potenziell radikalisierter Muslim bekannt. Ein Polizist sagte auf einer Pressekonferenz, er sei „zum Islam konvertiert“. „Befürchtungen vor Radikalisierung gab es schon früher.“ Diesen Befürchtungen wurde im vergangenen Jahr und davor nachgegangen. In diesem Jahr gab es bei dem Mann jedoch keine Hinweise mehr auf Auffälligkeiten.

Nach Angaben der Polizei und der zuständigen Staatsanwaltschaft hat der Mann in der Nacht die Tat gestanden. Laut seinem Anwalt kooperiert er mit den Ermittlern. Der Staatsanwalt bestätigte, dass er mehrfach mit dem norwegischen Gesundheitssystem in Kontakt stand. Aus den Aussagen ging nicht hervor, ob er wegen psychischer Probleme behandelt wurde. Die Polizei geht davon aus, dass er allein gehandelt hat.

Der Sicherheitsdienst untersucht nun, ob das Geschehene andere zu schweren Gewalttaten inspirieren könnte. Konkrete Anhaltspunkte dafür gibt es jedoch nicht.

Die konservative Ministerpräsidentin Erna Solberg, die ihr Amt nach einer Niederlage im September planmäßig an den Sozialdemokraten Jonas Gahr Støre übergab, sprach den Überlebenden der Opfer in dieser Nacht ihr Beileid aus. „Die Nachrichten, die wir heute Abend aus Kongsberg bekommen haben, sind schrecklich“, sagte sie. „Es hat mehrere Opfer gegeben, die Situation ist dramatisch. Ich verstehe, dass viele Menschen Angst haben. Deshalb möchte ich betonen, dass die Polizei die Situation unter Kontrolle hat.“ Ihr Nachfolger Støre sprach von einer „grausamen und brutalen Tat“.

Auch König Harald hat sich heute dazu geäußert und das Gericht hat eine schriftliche Erklärung veröffentlicht. Darin heißt es unter anderem:

Das Land war in der Vergangenheit mehrfach Ziel von Angriffen gewesen. Das letzte Mal im August vor zwei Jahren hatte ein 22-jähriger norwegischer Rechtsextremist seine in China geborene Stiefschwester erschossen und anschließend eine Moschee in der Nähe der Hauptstadt Oslo angegriffen. Er wurde zu einer Höchststrafe von mindestens 21 Jahren Haft verurteilt.

So auch Anders Breivik Jahre zuvor, der 2011 in Norwegen den schlimmsten Anschlag aller Zeiten verübte von Utøya ermordete er 77 Menschen.

Mit Informationen von Carsten Schmiester, ARD-Studio Stockholm, aktuell Hamburg

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