Freitag, Juni 24, 2022
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Tories verlieren zwei Kreise Bittere Wahlniederlage für Johnsons Konservative

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Sie gelten als Stimmungstest für Premierminister Johnson: Die konservative Regierungspartei kassiert bei zwei Nachwahlen um je einen Sitz im britischen Unterhaus schmerzhafte Niederlagen. Generalsekretär Dowden zieht persönliche Schlussfolgerungen.

Die Konservativen von Premierminister Boris Johnson haben bei zwei Nachwahlen schwere Niederlagen erlitten: Die Tories verloren bei den Nachwahlen jeweils einen Sitz in den Wahlkreisen Tiverton und Honiton im Südwesten Englands sowie im Wahlkreis Wakefield in Nordengland.

Besonders schmerzhaft ist die Niederlage in Tiverton und Honiton: Die Konservativen hatten den Sitz des Wahlkreises mehr als hundert Jahre inne. Nach offiziellen Angaben verloren sie ihn nun an die Liberaldemokraten, die einen Vorsprung von 6.000 Stimmen hatten. In Wakefield bei Leeds setzte sich die Labour Party, die größte Oppositionspartei des Landes, durch. Sie hatte einen Vorsprung von fast 5.000 Stimmen.

Die Wahlen galten als Stimmungstest für Johnson, der wegen der Parteienaffäre am Regierungssitz während des Corona-Lockdowns stark unter Druck steht. Der Ministerpräsident hatte bereits am Wahltag erklärt, im Falle einer Niederlage nicht zurückzutreten. Er war am Donnerstag beim Commonwealth-Gipfel in Ruanda.

Generalsekretär Oliver Dowden, der daraufhin seinen Rücktritt ankündigte, zog derweil die Konsequenzen aus der Wahlniederlage der Konservativen. „Jemand muss Verantwortung übernehmen“, erklärte Dowden. „Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es für mich unter den gegebenen Umständen nicht richtig wäre, im Amt zu bleiben.“

Labour-Chef Keir Starmer interpretierte den Ausgang der Nachwahlen in Wakefield als Zeichen dafür, dass seine Partei auch die nächsten nationalen Wahlen im Jahr 2024 gewinnen könnte. „Wakefield hat gezeigt, dass das Land das Vertrauen in die Tories verloren hat“, sagte Starmer. „Das Ergebnis ist ein klares Urteil über eine konservative Partei, der die Energie und Ideen ausgegangen sind.“

Die Nachwahl von Tiverton und Honiton wurde notwendig, weil der Abgeordnete Neil Parish im April zurücktrat, nachdem er sich im Parlament beschwert hatte, er habe auf seinem Handy Pornos geschaut. Die Wakefield-Nachwahl wurde ausgerufen, nachdem der Abgeordnete Imran Ahmad Khan zurückgetreten war, nachdem er wegen sexueller Übergriffe auf einen 15-jährigen Jungen verurteilt worden war. Bereits im Dezember hatten die Tories eine Nachwahl im Wahlkreis North Shropshire verloren, der als Hochburg der Konservativen gilt.

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