Samstag, Dezember 10, 2022
StartNACHRICHTENTote nach Angriffen auf Cherson Ukrainer kämpfen mit Stromausfällen und klirrender Kälte

Tote nach Angriffen auf Cherson Ukrainer kämpfen mit Stromausfällen und klirrender Kälte

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Die massiven Stromausfälle beunruhigen die Ukraine immer noch. In rund 15 Regionen gibt es offenbar Probleme mit der Strom- und Wasserversorgung, auch Kiew ist weiter betroffen. Russland bestreitet die Verantwortung für die Zerstörung dort – und beschießt fast stündlich das befreite Cherson.

Auch nach der Befreiung durch ukrainische Truppen ist die Situation für die Bewohner von Cherson katastrophal. Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte, Cherson sei fast stündlich beschossen worden. Am Donnerstag feuerten russische Truppen Artillerie und mehrere Raketenwerfer auf die Stadt in der Südukraine und töteten dabei sieben Menschen. Rund 20 Menschen seien verletzt worden, sagte Regionalgouverneur Jaroslaw Januschewytsch. Durch den Beschuss fing ein Hochhaus Feuer. Eine Kugel traf einen Kinderspielplatz.

„Heute ist eine weitere schreckliche Seite in der Geschichte unserer Heldenstadt“, schrieb der Gouverneur auf Telegram. Unter dem Druck ukrainischer Angriffe evakuierten russische Truppen Mitte November Cherson und ihren Brückenkopf am Nordwestufer des Dnjepr. Die Russen halten jedoch Stellungen am anderen Ufer des Flusses und setzen von dort aus ihre Artillerie ein. Die ukrainischen Behörden haben der Zivilbevölkerung einen vorübergehenden Urlaub aus Cherson angeboten.

Angesichts der eisigen Kälte und Dunkelheit in ukrainischen Städten infolge der massiven Stromausfälle beschwor der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Widerstandsgeist seines Volkes. „Wir haben neun Monate lang einen umfassenden Krieg überlebt, und Russland hat keinen Weg gefunden, uns zu brechen. Und es wird keinen finden“, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. „Wir müssen so weitermachen, wie wir es jetzt tun, in Einheit und gegenseitiger Hilfe.“

Nach den russischen Angriffen leiden große Teile des Landes unter den massiven russischen Angriffen. In rund 15 Regionen gebe es Probleme mit der Strom- und Wasserversorgung, sagte Selenskyj. „Die Stromversorgung bleibt in fast allen Regionen schwierig“, erklärte er.

Besonders schwierig ist die Lage in Kiew. 70 Prozent der Hauptstadt seien immer noch ohne Strom, sagte Bürgermeister Vitali Klitschko. Nach Angaben der Stadtverwaltung wurde die Wasserversorgung im Laufe des Tages wiederhergestellt. Auch in Charkiw, der zweitgrößten Stadt der Ukraine im Osten des Landes, kam es nach Angaben des dortigen Regionalgouverneurs zu Stromproblemen und „Notstromabschaltungen“. Nach „sehr schwierigen“ Arbeiten sei die Stromversorgung am Donnerstag wiederhergestellt worden, sagte Bürgermeister Igor Terekhov.

Russland lehnte jedoch jede Verantwortung für die Zerstörung in der Hauptstadt ab. In Kiew sei „kein einziger Schlag“ erfolgt, teilte das russische Außenministerium mit. Jede Zerstörung ist das Ergebnis von Raketen, die von „ausländischen und ukrainischen Luftverteidigungssystemen“ aus besiedelten Gebieten der ukrainischen Hauptstadt abgefeuert wurden. Das Ministerium sprach jedoch von „massiven Schlägen“ gegen die „Militärführung der Ukraine“ und „verwandte Energieanlagen“.

Obwohl viele ukrainische Haushalte noch immer ohne Strom, Wasser oder Heizung waren, meldeten die Behörden Fortschritte bei der Wiederherstellung der Versorgung. Das Stromnetz erholt sich vom Stromausfall am Mittwoch. Nach Angaben des Netzbetreibers Ukrenerhomit kann die Hälfte des Bedarfs wieder gedeckt werden. Die meisten Wärmekraftwerke und Wasserkraftwerke produzierten wieder Strom. Die im Notfall abgeschalteten Kernkraftwerke gingen wieder ans Netz. Selenskyj erklärte auch, dass stündlich mehr Haushalte mit Strom versorgt werden könnten. Die Wiederherstellung der Strom- und Wasserversorgung dauerte die ganze Donnerstag- und Freitagnacht.

Trotz westlicher Skepsis hält Selenskyj an der Befreiung der 2014 von Russland annektierten Halbinsel Krim als Kriegsziel fest. „Wenn uns jemand einen Weg zeigt, die Besetzung der Krim mit nichtmilitärischen Mitteln zu beenden, dann bin ich sehr dafür“, sagte er der Financial Times. Aber wenn ein Vorschlag bedeutet, dass die Krim besetzt wird und Teil Russlands bleibt, „sollte niemand seine Zeit damit verschwenden“.

Westliche Befürworter der Ukraine gehen davon aus, dass die Ukraine die seit dem 24. Februar von Russland besetzten Gebiete und den Donbass irgendwann zurückerobern kann. Bei der Krim sind sie vorsichtiger: Die Halbinsel ist für Moskau strategisch und symbolisch so wichtig, dass eine Eskalation des Krieges zu befürchten ist.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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