Sonntag, Januar 23, 2022
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Tränengas gegen Demonstranten Polizist stirbt bei Protesten im Sudan

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Im Sudan demonstrierten erneut Tausende Menschen gegen die Militärführung. Als Sicherheitskräfte Tränengas auf Teilnehmer abfeuern, stirbt zum ersten Mal seit Beginn der Proteste vor mehr als zwei Monaten ein Polizist. Die UN versucht, als Vermittler zu fungieren.

Wenige Tage nach Beginn einer UN-Vermittlungsmission im Sudan protestierten erneut Tausende Menschen gegen die Militärführung des Landes. Nach Angaben von Augenzeugen in der Hauptstadt Khartum setzten die Sicherheitskräfte Tränengas gegen die Demonstranten ein, die kurz vor dem Einzug in den Präsidentenpalast standen. Die Sicherheitskräfte meldeten einen getöteten Polizisten.

Die Kundgebungen fanden in verschiedenen Teilen von Khartum statt. Auch in der Nachbarstadt Omdurman und in Port Sudan im Osten des Landes gingen Demonstranten auf die Straße. Der Beamte sei „gestürzt, während er seine Pflichten erfüllte und die Proteste in der Hauptstadt Khartum sicherte“, heißt es in einer Mitteilung der Polizei auf Facebook. Nähere Angaben machten die Behörden nicht. Es war der erste Todesfall unter Sicherheitskräften seit Beginn der Proteste vor mehr als zwei Monaten. Laut sudanesischen Ärzten wurden bisher mindestens 63 Menschen getötet und Hunderte weitere verletzt.

Sudans Oberster General Abdel Fattah al-Burhan rief im Oktober den Ausnahmezustand aus und setzte die Regierung ab, die nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Omar al-Bashir im April 2019 den Übergang zu demokratischen Wahlen anführen sollte waren regelmäßige Massenproteste, gegen die das Militär oft Gewalt anwendet.

Am Montag starteten die Vereinten Nationen eine Vermittlungsmission zwischen der Militärregierung und der Protestbewegung. Der UN-Sondergesandte Volker Perthes kündigte Konsultationen mit politischen und gesellschaftlichen Akteuren sowie mit Militärvertretern und zivilgesellschaftlichen Gruppen an.

Die ersten Reaktionen der wichtigsten zivilen Gruppen waren jedoch gemischt. Der Gewerkschaftsbund SPA weigerte sich vollständig, unter UN-Vermittlung Gespräche mit dem Militär zu führen. Andere warnten vor einer möglichen Legitimation der Militärregierung durch solche Konsultationen.

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