Samstag, Juni 25, 2022
StartNACHRICHTENTrauer um Ex-Kapitän der DDR-Fußballnationalmannschaft Bransch

Trauer um Ex-Kapitän der DDR-Fußballnationalmannschaft Bransch

- Anzeige -


Der ehemalige Kapitän der DDR-Fußballnationalmannschaft Bernd Bransch ist tot. Wie sein langjähriger Verein Hallescher FC aus der Familie erfuhr, ist der 77-Jährige nach langer Krankheit verstorben.

Die einzige WM-Teilnahme einer DDR-Fußballnationalmannschaft ist untrennbar mit dem Namen Bernd Bransch verbunden. Erst schoss der Libero und Kapitän die Mannschaft von Trainer Georg Buschner mit seinen zwei Treffern beim 2:0-Sieg gegen Rumänien in der Qualifikation fast im Alleingang, dann führte er die DDR-Mannschaft als Kapitän in die Bundesrepublik.

Die Bilder vom Wimpeltausch mit BRD-Kapitän Franz Beckenbauer vor dem einzigen innerdeutschen Länderspiel in Hamburg gingen um die Welt. Bernd Bransch ist am Samstag (11.06.2022) im Alter von 77 Jahren nach langer Krankheit gestorben, wie sein Heimatverein Hallescher FC aus der Familie erfuhr.

Es ist ein trauriges Jahr für den Fußball-Ost und seine einstigen Idole. Mit Bernd Bransch ist der dritte überaus prominente Schauspieler der „Goldenen Siebziger“ gestorben. Hans-Jürgen Dörner und Joachim Streich sowie der beliebte Trainer Gerd Schädlich hatten die Welt bereits vor dem Hallenser verlassen.

Bransch war bis zuletzt ein echter Hallenser. Mit einer Ausnahme: Vor der WM-Saison 1973/74 stieg sein HFC ab. Um für die Nationalmannschaft interessant zu bleiben, wechselte „Branscher“ für eine Saison zum FC Carl Zeiss Jena und gewann mit den Thüringern den FDGB-Pokal – seinen einzigen Titel auf Vereinsebene.

Ansonsten spielte er fast 300 Mal für den SC Chemie Halle und den daraus resultierenden HFC Chemie in der Oberliga. Seine dunkelste Stunde im Fußball erlebte Bransch 1971 in der Tragödie von Eindhoven, als der HFC Teamkollege Wolfgang Hoffmann bei dem verheerenden Hotelbrand verlor.

„Im Namen aller Mitglieder, Aktiven, Fans, Sponsoren, Mitarbeiter und Gremienvertreter spreche ich der Familie von Bernd Bransch unser tief empfundenes Beileid aus. Es liegt uns allen am Herzen, an unser Ehrenmitglied, eines der wichtigsten und wertvollsten, zu erinnern bedeutende Persönlichkeiten des Vereins Botschafter der Stadt Halle und sein Vermächtnis fortzusetzen“sagte HFC-Präsident Jens Rauschenbach.

Bransch, der als Stürmer begann und später in die Abwehr wechselte, verkörperte einen souveränen Verteidiger mit einem Auge für Lücken. Mit seinem starken linken Bein markierte er so manches wichtige Tor, etwa 1974 Jenas 3:1-Pokalsieg gegen Dynamo Dresden. Oder die beiden Tore gegen Rumänien, jeweils aus indirekten Freistößen nach Vorarbeit von Peter Ducke. Insgesamt traf Bransch 43 Mal in der Liga und drei Mal für die Nationalmannschaft.

Seine Karrierehöhepunkte erlebte er mit der Nationalmannschaft. Nicht nur die WM-Teilnahme 1974 steht in seiner Vita. 1972 wurde er bei den Olympischen Spielen Dritter, bevor er die Olympischen Spiele gewann Montréal 1976 krönte seine Karriere. Stammspieler war er allerdings nicht mehr, Dörner hatte ihn als Libero und Kapitän abgelöst. 1977 beendete der zweimalige „DDR-Fußballer des Jahres“ seine Karriere.

Danach begann Bransch ein Studium des Wirtschaftsingenieurwesens, war Stadtrat für Jugend und Sport in Halle und wurde später Vizepräsident des Stadtsportbundes Halle. Seinem HFC blieb er treu: Von 1983 bis 1992 war er Vorsitzender bzw. Präsident des Halleschen FC, zeitweise auch Trainer. Ab 2007 war er Berater des Vereins und saß mit 70 Jahren noch im Vorstand.



Quelllink

ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare