Donnerstag, August 11, 2022
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Treffen von Erdogan und Putin: Russisch-türkische Zweckfreundschaft

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Zum zweiten Mal seit Beginn des Ukraine-Krieges sind Russlands Präsident Putin und der türkische Staatschef Erdogan zu Gesprächen zusammengekommen. Es ist kein Treffen von Freunden – sondern von zweien, die wissen, dass sie einander brauchen.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow deutete im Vorfeld des Treffens an, dass die Agenda hart sei: Es gehe um eine stärkere Zusammenarbeit im militärisch-technischen Bereich, in den Bereichen Energie und Wirtschaft. Über globale Themen. Aber natürlich auch über regionale Krisen und Konflikte.

„Dazu gehören sowohl Syrien als auch die Ukraine. Es ist eine gute Gelegenheit, sich darüber auszutauschen, wie effizient das Abkommen über Getreideexporte aus ukrainischen Häfen ist“, sagte Peskow. Für die russische Seite geht es vor allem darum, dass jetzt – wie mit Hilfe der Türkei und der Vereinten Nationen vereinbart – die Beschränkungen für den Export von russischem Getreide und Düngemitteln aufgehoben werden.

Bei Sanktionen spiele die Türkei generell eine wichtige Rolle für Russland, sagt Amur Gadgijew, Direktor des Center for Studies of Modern Turkey in Moskau. In der aktuellen geopolitischen Situation ermöglichen die Pipelines TurkStream und Blue Stream Gaslieferungen nicht nur in die Türkei, sondern auch weiter – in die osteuropäischen, baltischen und mitteleuropäischen Länder. Es ist eine Art Plattform zur Angebotsdiversifizierung russischer Rohstoffe.

Auch die Türkei springt laut Gadgiev dort ein, wo es durch den Rückzug westlicher Unternehmen aus dem russischen Markt zu Produkt- und Lieferengpässen kommt. Denn auch wenn der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan Russlands Einmarsch in die Ukraine kritisiert, beteiligt er sich nicht an westlichen Sanktionen.

Im Gegenteil, die Türkei arbeite im eigenen Interesse weiter daran, sich als globaler Handels- und Verkehrsknotenpunkt zu positionieren, erklärt der russische Politikwissenschaftler Vladimir Avatkov: „In diesem Zusammenhang ist es für sie grundlegend wichtig, Partnerschaften einzugehen, um sich zu öffnen neue Handelsrouten eröffnen. Von Nord nach Süd und von West nach Ost.“

Ein Pragmatismus, den der Kreml schätzt und nutzt. Für Moskau ist die Zusammenarbeit in den Bereichen Energie und Militärtechnologie nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch strategischer Natur – schließlich ist die Türkei Nato-Mitglied.

Die Türkei kaufte 2019 das Raketenabwehrsystem S-400 von Russland, sehr zum Ärger ihrer Verbündeten. Nun wird über einen neuen Deal spekuliert: über eine mögliche Zusammenarbeit im Bereich der türkischen Bayraktar-Kampfdrohnen. „Aus technologischer Sicht und ihrer Eignung für den Einsatz haben sie sich als sichere und effektive Systeme erwiesen. Daher glaube ich, dass das Interesse an einer Zusammenarbeit mit der Türkei in diesem Bereich nicht wirklich überraschend ist“, sagt der russische Türkei-Experte Gadgiyev.

Gut möglich, dass der türkische Präsident hier ansetzt, um eines seiner Hauptanliegen durchzusetzen. Erdogan möchte vom Kreml grünes Licht für eine Militäroperation gegen die Kurden in Syrien bekommen. Bisher lehnen Moskau und Teheran dies ab.

Nicht nur in Syrien, auch in Libyen oder im Konflikt um die Kaukasusregion Berg-Karabach vertreten Moskau und Ankara unterschiedliche Interessen und stehen auf unterschiedlichen Seiten.

Das Verhältnis zwischen den beiden Ländern – es ist manchmal kompliziert, aber es ist für beide Seiten von großem Nutzen.



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Abgel T
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Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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