Donnerstag, Dezember 1, 2022
StartNACHRICHTENTrotz Russlands Differenzen können sich die APEC-Länder einigen

Trotz Russlands Differenzen können sich die APEC-Länder einigen

- Anzeige -


Nach langem Ringen gelingt es den 21 Mitgliedsstaaten der Asien-Pazifik-Wirtschaftsgemeinschaft APEC endlich, eine gemeinsame Abschlusserklärung zu verabschieden. Die größten Meinungsverschiedenheiten zeigen die Länder bei Sanktionen gegen Russland. Krieg hingegen wird mehrheitlich verurteilt.

Trotz großer Differenzen zum russischen Krieg in der Ukraine haben sich die Mitgliedsstaaten der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) auf ihrem Gipfel in Bangkok auf eine gemeinsame Abschlusserklärung geeinigt. Dies teilte der thailändische Premierminister Prayut Chan o-cha als Gastgeber am Ende des zweitägigen Treffens den Journalisten mit. In der Erklärung verurteilte die überwiegende Mehrheit der Länder den Ukraine-Krieg. Gleichzeitig heißt es aber, es gebe „andere Ansichten und unterschiedliche Einschätzungen der Lage und Sanktionen“.

Eine ähnlich lautende Abschlusserklärung hatte bereits die G20-Gruppe führender Industrie- und Schwellenländer auf ihrem Gipfel in Bali vor wenigen Tagen herbeigeführt. Anstelle von Präsident Wladimir Putin vertrat der stellvertretende Ministerpräsident Andrei Beloussov Russland in Bangkok. Bereits den beiden vorangegangenen Gipfeltreffen in Südostasien – ASEAN in Kambodscha und G20 in Indonesien – war der Kreml-Chef ferngeblieben.

Gleichzeitig verabschiedeten die 21 APEC-Länder ein Konzept für eine zirkuläre grüne Wirtschaft namens „Bangkok Targets“, sagte Prayut. Dies war das Hauptziel der thailändischen Regierung, die die Initiative als Vermächtnis ihres APEC-Vorsitzes sieht. Ziel ist ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum für die Zeit nach der Corona-Pandemie. Darüber hinaus sprachen sich die Teilnehmer für einen freien und fairen Handel im pazifischen Raum aus.

Die 1989 gegründete Organisation hat sich zum Ziel gesetzt, eine Freihandelszone im asiatisch-pazifischen Raum zu errichten und durch den Abbau von Handelshemmnissen das Wirtschaftswachstum in den Mitgliedsstaaten zu stärken. APEC-Beschlüsse sind jedoch nicht bindend, was als Schwachpunkt der Organisation gilt. Kritiker bemängeln auch, dass die APEC im Vergleich zu anderen zwischenzeitlich geschlossenen regionalen Handelsabkommen ins Hintertreffen geraten sei.

Weit über ein Drittel der Weltbevölkerung lebt in den APEC-Staaten. Zusammen erwirtschaftet der Block rund 60 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die USA haben am Samstag die Präsidentschaft für das kommende Jahr übernommen. Prayuth delegierte die Führung der Organisation für 2023 an US-Vizepräsidentin Kamala Harris. Sie nahm im Namen von US-Präsident Joe Biden an dem Treffen teil. Harris kündigte an, dass der nächste APEC-Gipfel ab dem 12. November 2023 in San Francisco, Kalifornien, stattfinden wird.

Am Rande des Gipfels traf sich Harris kurz mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping. Xi äußerte seine Hoffnung auf bessere Beziehungen zu den USA. „Hoffentlich werden beide Seiten das gegenseitige Verständnis fördern, Missverständnisse und Fehleinschätzungen reduzieren und die Beziehungen zwischen den USA und China gemeinsam auf einen gesunden und stabilen Kurs bringen“, zitierte das chinesische Staatsfernsehen den Präsidenten. Harris reist nun weiter auf die Philippinen. Am Dienstag will sie Puerto Princesa in der Inselprovinz Palawan im Westen des Landes besuchen und sich dort mit Einwohnern, Fischern und Vertretern der Küstenwache treffen.

Palawan liegt in der Nähe der umstrittenen Spratly-Inseln im Südchinesischen Meer. Neben den Philippinen beanspruchen auch andere Staaten Teile der Inseln. China beansprucht den gesamten Archipel für sich. Beobachtern zufolge könnte Peking den Besuch von Harris als Provokation werten. Unter der thailändischen Präsidentschaft in diesem Jahr hat sich die APEC mit schwierigen Themen wie dem jüngsten Raketentest Nordkoreas und den Folgen des Krieges Russlands gegen die Ukraine befasst. Kurz vor dem Start am Freitag ließ Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un eine weitere Interkontinentalrakete abfeuern. Vertreter der USA, Südkoreas, Japans, Australiens, Kanadas und Neuseelands versammelten sich sofort in Bangkok zu einem Dringlichkeitstreffen. Japans Premierminister Fumio Kishida bezeichnete den Raketentest als „absolut inakzeptabel“.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare