Dienstag, September 27, 2022
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TV-Agitatoren müssen nicht an der Front sein Der Kreml sagt, sie hätten Angst vor der Einberufung "Hysterie"

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Die Mobilisierung löst Angst und Schrecken in russischen Familien aus: Tausende junge Männer fliehen aus dem Land. Die Regierung spricht von Hysterie und versucht gewisse Branchen zu beruhigen. Insbesondere Kriegshetzer im Staatsfernsehen sind vom Frontdienst befreit.

Nach dem Befehl von Kremlchef Wladimir Putin zur Teilmobilmachung für den Krieg in der Ukraine beklagte die Führung in Moskau „Hysterie“ im Land. Gleichzeitig schloss es Reservisten mit bestimmten Berufen von der Zwangsrekrutierung aus. So würden beispielsweise IT-Spezialisten, Experten für die Sicherung des Finanzsystems oder Mitarbeiter der Massenmedien, die zu den „systemerhaltenden“ Berufen gehören, nicht eingezogen, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit.

Tausende Männer flohen aus dem Land, als Reservisten für den Krieg in der Ukraine einberufen wurden. Der Exodus gilt auch als Gefahr für die russische Wirtschaft. Nachdem Putin im Februar den Einmarsch in die Ukraine befohlen hatte, verließen Zehntausende Menschen das Land. Für den Krieg im Nachbarland will Putin mindestens 300.000 Reservisten einziehen.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow forderte angemessene Informationen. „Irgendwie verständlich, dass es in den ersten Stunden nach der Bekanntgabe und schon am ersten Tag eine hysterische, hochemotionale Reaktion gab, weil es eigentlich zu wenig Informationen gab“, sagte Peskow. Mittlerweile gibt es aber auch Hotlines, um Fragen telefonisch zu klären.

Peskows Sohn sorgte zuletzt in Sachen Wehrpflicht für einiges Gespött. Ein gefälschter Anruf des Teams um den inhaftierten Oppositionellen Alexej Nawalny entlarvte Peskow Junior als Faulpelz.

Ein Mitarbeiter von Nawalnys Team gab sich als Mitarbeiter eines Moskauer Wehrkreiskommandos aus und ordnete eine Untersuchung des 32-Jährigen an. Laut Telefonaufzeichnung sagte Nikolai Choles Peskov, er werde nicht erscheinen und die Frage auf einer anderen Ebene entscheiden lassen.

Das Verteidigungsministerium in Moskau sagte, Hightech-Arbeiter sollten nicht eingezogen werden. Dementsprechend müssen auch die Mitarbeiter der staatlichen Propagandamedien nicht in den Krieg ziehen. Sie schüren den Krieg und hatten Putin aufgefordert, mehr in der Ukraine zu tun. Geschützt sind daher Redakteure, Verleger, Angestellte von Fernsehen, Hörfunk und Zeitungen. Sie gehören zu Putins wichtigsten Machtsäulen.

Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im russischen Parlament, Andrei Kartapolow, erklärte mit Blick auf die Flucht, dass das Mobilmachungsgesetz Reservisten die Ausreise verbiete. Da es sich jedoch um eine Teilmobilisierung handelt, wird das Gesetz nicht angewendet. Reisen innerhalb Russlands und ins Ausland sind daher erlaubt. Aber er empfahl Reservisten, die sich unsicher sind, selbst zum Wehrdienst zu gehen, um zu klären, was erlaubt ist und was nicht.

Am Nachmittag informierte die an Russland grenzende zentralasiatische Ex-Sowjetrepublik Kasachstan über vermehrte Ankünfte aus Russland. So hatten zuvor die Ex-Sowjetrepubliken Armenien und Georgien im Südkaukasus von Massenankünften gesprochen. Flüge sind tagelang ausgebucht und mit mehreren tausend Euro so teuer, dass sich viele das schlichtweg nicht leisten können.

Besonders beliebt sind die Ziele in den ehemaligen Sowjetrepubliken, da Russen dort kein Visum benötigen. Außerdem ist die russische Sprache weit verbreitet. Die Türkei ist auch ein Ziel für Kriegsdienstverweigerer. Von den an Russland grenzenden EU-Staaten erlaubte vor allem Finnland noch die Einreise von Russen. Allerdings nur mit Schengen-Visum.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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