Sonntag, Mai 22, 2022
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Überblick über die Kriegsnacht Kiew schlägt Tauschhandel für Asowstal vor – Kämpfe bei Cherson

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Ukrainische Kämpfer halten sich immer noch in den Stahlwerken von Asowstal auf. Kiew will zumindest die verwundeten Soldaten retten und schlägt Moskau einen Deal für ihre Evakuierung vor. Inzwischen gibt es Berichte über gewalttätige Zusammenstöße in der Region Cherson in der Südukraine.

Vertrauen in Gespräche über Sicherheitsgarantien

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht erhebliche Fortschritte bei den Bemühungen um internationale Sicherheitsgarantien für sein Land. „Wir verhandeln mit den führenden Nationen der Welt, um der Ukraine Vertrauen in die Sicherheit für die kommenden Jahrzehnte zu geben“, sagte Selenskyj am Mittwochabend in seiner täglichen Videoansprache. Dieses Thema wurde unter anderem beim G7-Treffen am 8. Mai diskutiert, an dem die Ukraine erstmals teilnahm. „Dies ist das erste Mal in der Geschichte unseres Staates, dass solche Garantien verzeichnet werden können“, sagte Selenskyj. Und zwar nicht in irgendwelchen Memoranden oder unklaren Formulierungen, „sondern in konkreten Garantien“.

Die russische Armee hat am 24. Februar ihre Offensive gegen die Ukraine gestartet. Eine der Forderungen Moskaus zur Beendigung der Feindseligkeiten ist ein klares Bekenntnis Kiews zur politischen Neutralität, für die das Land starke internationale Sicherheitsgarantien anstrebt.

Kiew schlägt ein Tauschgeschäft für Mariupol mit Russland vor

Die ukrainische Führung schlägt dem russischen Militär einen Handel für die letzten Verteidiger der Hafenstadt vor, die sich im Asowstal-Stahlwerk in Mariupol verschanzt hat. „Als ersten Schritt haben wir den Russen folgenden Austausch angeboten: Wir würden unsere schwer verwundeten Jungen aus Asowstal in einem humanitären Korridor transportieren“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Wereschtschuk laut Ukrajinska Prawda. Gleichzeitig entlasse das ukrainische Militär russische Kriegsgefangene „nach Standardregeln für ihren Austausch“. Die Verhandlungen dazu liefen noch.

In den vergangenen Tagen gab es mehrere Berichte über das Leiden der verwundeten ukrainischen Soldaten im Stahlwerk. Nach Aussage eines Sanitäters herrscht mittlerweile absoluter Medikamentenmangel. Das weitläufige Stahlwerk ist die letzte Bastion der ukrainischen Truppen in der stark zerstörten Hafenstadt Mariupol. Das russische Militär fordert die Kapitulation der Verteidiger, während die ukrainischen Truppen dies kategorisch ablehnen.

Moskau ruft zur Räumung ukrainischer Orte auf

Wahrscheinlich um seine eigenen Angriffe zu erleichtern, hat das russische Militär internationale Organisationen aufgefordert, ostukrainische Städte zu evakuieren. „Angesichts der sich abzeichnenden katastrophalen humanitären Lage der meisten Zivilisten in Kramatorsk und Slowjansk fordern wir die internationale Gemeinschaft, die UNO, die OSZE und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz auf, unverzüglich alle Maßnahmen für eine schnelle und sichere Evakuierung der Zivilbevölkerung zu ergreifen aus diesen Städten unter der Kontrolle der ukrainischen Streitkräfte“, wurde Generaloberst Mikhail Mizintsev vom Verteidigungsministerium in Moskau von der Agentur Interfax zitiert.

Laut Mizinzew haben sich die ukrainischen Truppen an diesen Orten verschanzt und nutzen ihre eigene Zivilbevölkerung als lebenden Schutzschild. Rund 90.000 Zivilisten hielten sich in Slowjansk und Kramatorsk auf. Beide Orte gelten als Eckpfeiler der ukrainischen Verteidigungslinien in der Ostukraine.

Ukraine: Kämpfe zwischen Cherson und Mykolayiv

Unterdessen liefern sich russische und ukrainische Truppen in der Region zwischen Cherson und Mykolajiw in der Südukraine erneut heftige Kämpfe. Die Verteidiger gaben den russischen Angreifern „keine Möglichkeit zum Vordringen“, so die ukrainische Militärführung. Bei den Kämpfen seien mindestens 23 russische Soldaten getötet und zwei Panzer sowie ein Munitionsdepot zerstört worden, zitierte die Unian-Agentur aus der Erklärung. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

Klitschko befürchtet weitere Anschläge auf Kiew

Trotz des Abzugs der russischen Truppen aus dem Kiewer Gebiet befürchtet Bürgermeister Vitali Klitschko „jederzeit“ einen neuen Angriff auf die ukrainische Hauptstadt. In einem Interview mit dem US-Sender CNN schloss Klitschko sogar den Einsatz taktischer Atomwaffen nicht aus. Kiew bleibt das Hauptziel des russischen Militärs. „Und solange Krieg in der Ukraine ist, können wir einem Ukrainer keine Garantien geben“, sagte der ehemalige Boxweltmeister. „Im Moment hat Sicherheit für uns oberste Priorität“, sagte er. Obwohl das Land von „unseren Kriegern“ verteidigt wird, bleibt das Risiko bestehen. „Und ohne unsere Partner, ohne die USA und die europäischen Staaten können wir nicht überleben.“

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