Sonntag, Januar 23, 2022
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Ukraine-Konflikt Russland droht mit Truppenverlegung nach Kuba und Venezuela

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Die Stationierung russischer Atomraketen auf Kuba im Jahr 1962 hätte beinahe einen Supermachtkrieg ausgelöst. Nun droht der Kreml erneut damit, Waffen in die Nähe der USA zu transportieren.

Der Streit zwischen der Nato und Russland um die Sicherheit der Ukraine droht weiter zu eskalieren. Der stellvertretende russische Außenminister Sergej Rjabkow sagte am Donnerstag, er sehe keinen Anlass für weitere Gespräche, da die US-Regierung und ihre Verbündeten sich weigerten, russischen Forderungen nach Sicherheitsgarantien nachzukommen. Stattdessen werde seine Regierung gegenüber dem Westen „andere Maßnahmen und Techniken“ anwenden.

Sollten die Spannungen anhalten, könne er eine Stationierung des russischen Militärs in Kuba und Venezuela nicht ausschließen, sagte Ryabkov laut der Nachrichtenagentur AP im russischen Fernsehen. „Alles hängt jetzt davon ab, wie unsere US-Partner vorgehen“, sagte Ryabkov, der die russische Delegation bei den Gesprächen in Genf leitet. Die Agentur Tass zitierte ihn mit den Worten, Militärexperten würden Präsident Putin Optionen aufzeigen, falls sich der Konflikt um die Ukraine verschärfen sollte. Aber der Diplomatie muss eine Chance gegeben werden.

Die Drohung, Truppen in Kuba und Venezuela zu stationieren, dürfte in den USA einen Nerv treffen. Die Stationierung sowjetischer Atomraketen auf der von den Sozialisten geführten Insel führte im Oktober 1962 zur Kubakrise: Washington und Moskau gelang es nur knapp, einen Krieg zwischen den Supermächten abzuwenden.

Auch die USA haben sich mit Venezuela gekreuzt, seit Hugo Chávez 1998 dort an die Macht kam und den „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ einführte. Unter Chavez‘ Nachfolger Nicolas Maduro ist das Land in den letzten Jahren immer tiefer in Autoritarismus und wirtschaftliche Not versunken. Russland hingegen unterhält enge Beziehungen zu den Regierungen in Caracas und Havanna.

Hatte am Montag Sergei Ryabkov mit der stellvertretenden US-Außenministerin Wendy Sherman in Genf beraten – ohne nennenswerten Fortschritt. Nach einer Sitzung des NATO-Russland-Rates am Mittwoch sagte der Generalsekretär der Allianz, Jens Stoltenberg, von „erheblichen Unterschieden“. Die Ukraine steht im Zentrum der Spannungen.

Russland hat rund 100.000 Soldaten an der Grenze versammelt. Der Westen befürchtet eine Invasion, die die Regierung in Moskau ablehnt. Russland fordert von der Nato Sicherheitsgarantien und ein Versprechen, dass die Ukraine nicht in das transatlantische Militärbündnis aufgenommen wird. Das lehnt die Allianz kategorisch ab.

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