Donnerstag, August 11, 2022
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Ukrainische Flüchtlinge: City Day kritisiert Verteilung

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Hunderttausende flohen vor dem Krieg in der Ukraine nach Deutschland. Ihre Verteilung innerhalb des Landes scheint schlecht zu funktionieren. Kommunalverbände warnen nun davor, Flüchtlingsgruppen gegeneinander aufzurechnen.

Nach Angaben kommunaler Spitzenverbände werden in einigen Städten Unterbringungsplätze für Asylbewerber und Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine knapp. „Das Problem ist, dass sich die große Zahl ukrainischer Flüchtlinge auf wenige Städte wie Berlin, Hannover oder Dortmund konzentriert“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, der „Welt“. Das sind „Drehkreuze“, an denen viele angekommen sind und hoffen, von dort schnell wieder in die Ukraine zurückzukehren.

Auch der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy, kritisierte: „Bisher verteilen sich die Flüchtlinge nicht gleichmäßig auf alle Städte und Gemeinden.“ Dadurch kommen ukrainische Flüchtlinge in Städte, die bereits an ihre Grenzen stoßen, während anderswo noch Kapazitäten vorhanden sind.

Dem „Welt“-Bericht zufolge nehmen erste Kommunen und Bundesländer keine Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine oder Asylbewerber mehr auf, da die Aufnahmequote für eine der beiden Gruppen bereits überschritten sei.

Der Präsident des Deutschen Kreisverbandes, Reinhard Sager, warnte davor, Flüchtlingsgruppen gegeneinander aufzurechnen. „Wenn einige Bundesländer entweder keine ukrainischen Flüchtlinge mehr aufnehmen oder keine Asylbewerber mehr aufnehmen, weil sie angeblich die Zahl der Aufnahmen für eine dieser Personengruppen überzogen haben, dann geraten wir schnell in Schwierigkeiten“, sagte er der „Welt“.

Berlins Sozialsenatorin Katja Kipping hat wegen der angespannten Lage bei der Unterbringung von Flüchtlingen in der Hauptstadt in der vergangenen Woche Stufe 1 eines Notfallplans in Kraft gesetzt. 900 Schlafplätze wurden in einer Zeltanlage auf dem Gelände des Flughafens Berlin-Tegel eingerichtet. Die Notunterkunft war als Reserve gedacht und zuvor nicht genutzt worden.

Der Linke-Politiker begründete die angespannte Lage in Berlin damit, dass viele Bundesländer derzeit keine Asylbewerber aus anderen Ländern mehr aufnähmen, und verwies auf Kapazitätsprobleme durch die ukrainischen Kriegsflüchtlinge. Fast alle Bundesländer seien aus dem bundesweiten Vertriebssystem EASY ausgestiegen, sagte Kipping. Dadurch muss Berlin nun deutlich mehr Menschen aufnehmen, als es nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel mit einem Anteil von 5,2 Prozent eigentlich müsste.

Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen sind infolge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine fast zehn Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen. Wie viele von ihnen nach Deutschland kamen, ist unklar, da sie ohne Visum nach Deutschland einreisen können. Laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge waren bis Mitte Juni mehr als 850.000 offiziell registriert.



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Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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