Samstag, Mai 21, 2022
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Ukrainische Flüchtlinge in Polen: "Diese Kinder werden eines Tages Einwohner von Warschau sein"

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In kürzester Zeit ist Warschau um 300.000 neue Einwohner gewachsen – Menschen, die aus der Ukraine geflohen und geblieben sind. Das stellt die Stadt vor Herausforderungen, nicht nur was die Unterbringung betrifft. Und dann gibt es Inflation.

In der polnischen Hauptstadt Warschau ist es überall zu spüren: Seit Kriegsbeginn kommen immer mehr Menschen aus der Ukraine dorthin. Von den mehr als drei Millionen Flüchtlingen, die die ukrainische Grenze nach Polen überquerten, bleiben viele in Warschau. Die Stadt hat mehr als 300.000 neue Einwohner registriert. Anfangs fanden viele privat bei polnischen Familien oder bei Verwandten und Freunden eine Unterkunft, mittlerweile werden zunehmend Bürogebäude oder Hallen zur Unterbringung genutzt.

Die Stadtverwaltung von Warschau blickt weiterhin optimistisch auf die Veränderungen in der Hauptstadt. „Obwohl die Bevölkerung Warschaus um rund 15 Prozent gewachsen ist, was sehr viel ist, habe ich den Eindruck, dass die Warschauer unsere ukrainischen Nachbarn herzlich und solidarisch aufgenommen haben“, sagt Pressesprecherin Monika Beuth-Lutyk.

Da sich viele Geflüchtete inzwischen auch um Anmeldungen und Arbeitserlaubnisse kümmern, sieht sie auch positive Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt: „Es gab und gibt Berufe, in denen wir zu wenig Arbeitskräfte haben. Da spreche ich vor allem von Lehrern und auch von Medizinern Arbeitskräfte – und der Arbeitsmarkt ist sehr daran interessiert, Menschen aus der Ukraine einzustellen.“ Natürlich muss zunächst die polnische Sprache erlernt werden, aber das fällt vielen Ukrainern offenbar gar nicht so schwer, wie die Vergangenheit gezeigt hat.

Die Unterstützung kostet einiges: Aufenthaltstitel für 18 Monate, Zugang zu Sozialleistungen und Bildungschancen – all das trägt der Staat. Gleichzeitig hat der Krieg die Inflation beschleunigt, die im April voraussichtlich über 12 Prozent liegen wird, hauptsächlich aufgrund höherer Treibstoffkosten. Polens Regierung beziffert die Kosten für die Bewältigung der bisherigen Flüchtlingsbewegungen auf mehr als zwei Milliarden Euro.

Trotz aller Hilfsbereitschaft ist die Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen auch für Warschau teuer. Die Stadtverwaltung bemüht sich daher nicht nur um weitere staatliche Fördergelder, sondern ist auch mit Geldgebern, Spendern und Hilfsorganisationen in Kontakt, um das nötige Geld aufzubringen.

Insbesondere das Schaffen von Perspektiven kostet Geld, etwa in der schulischen Bildung: „Im Moment lernen rund 17.000 Schüler aus der Ukraine an unseren Schulen, mehr können wir eigentlich nicht aufnehmen. Für die anderen ukrainischen Kinder organisieren wir deshalb Online-Unterricht.“ sie können das Schuljahr im ukrainischen System beginnen“, berichtet Monika Beuth-Lutyk.

Die ungenutzten Büroräume in einem ehemaligen Institut in Warschau wurden kurzerhand als Unterkunft umgewidmet. „Wir haben aktuell eine Auslastung von 100 Prozent, generell schwankt sie zwischen 95 und 100 Prozent“, berichtet Koordinatorin Michalina Wieczorek. „Wenn zwölf Leute gehen, passen wir die Räume an und nehmen neue Leute auf, die unsere Hilfe brauchen.“

Manchmal müssen Menschen – meist Frauen mit Kindern – bei einer anderen Familie in ein Zimmer ziehen. Es ist eng, aber es kann auch helfen, sagt Wieczorek. „Bei einem Erwachsenen und zwei Kindern ist es praktischer: Wenn zwei Erwachsene im Zimmer sind, kann eine Person etwas tun, nur duschen oder so, während die andere auf die Kinder aufpasst.“

Doch neben den Grundbedürfnissen seien es vor allem die psychischen Belastungen durch die Flucht, die dringend behandelt werden müssten: „Die Notwendigkeit einer Diagnose, die Notwendigkeit, einen Ersatz für ein Medikament zu finden, das zum Beispiel in der Ukraine erhältlich ist Das sind Dinge, mit denen unsere Gäste, aber auch unsere Freiwilligen, Koordinatoren und Ärzte am häufigsten beschäftigt sind“, sagt Wieczorek.

Sie freut sich aber auch über die Zukunftschancen der Neuankömmlinge: „Es sind vor allem Familien mit Kindern, die nach Polen kommen. Diese Kinder werden eines Tages aus Warschau, Breslau oder Poznań kommen, und ich denke, wenn sie in einem zweisprachigen Umfeld aufwachsen.“ up wird sicherlich eine Bereicherung für die Gesellschaft sein.“



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