Mittwoch, November 30, 2022
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Umbauarbeiten im Jahr 2025 Die Deutsche Bahn stellt die Strecke Berlin – Hamburg ein

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Bundesweite Zugausfälle und Verspätungen haben in diesem Jahr einen neuen Höchststand erreicht. Die Deutsche Bahn verspricht Besserung und plant für die kommenden Jahre große Sanierungsprojekte. Unter anderem soll die Strecke Berlin – Hamburg für sechs Monate gesperrt werden. Das neue Konzept stößt bereits auf Kritik.

Fahrgäste auf der stark befahrenen Bahnstrecke Berlin – Hamburg müssen sich 2025 für rund ein halbes Jahr auf längere Reisezeiten und Einschränkungen einstellen – danach soll aber alles besser werden. Zwischen Juni und Dezember 2025 will die Bahn die 280 Kilometer lange Strecke komplett sperren und sanieren, wie der Konzern mitteilte.

Während der sechsmonatigen Bauarbeiten sollen Gleise, Weichen, Oberleitungen und Stellwerke modernisiert werden. Bahnhöfe sollen dem Bericht zufolge neue Bahnsteigdächer, Wetterschutzhütten und Leitsysteme erhalten und die Barrierefreiheit verbessert werden. In Hagenow-Land und Wittenberge wird die Gleisinfrastruktur ausgebaut, um Überholmöglichkeiten für Züge zu schaffen. Der gesamte Korridor soll zudem für den digitalen Bahnbetrieb ausgerüstet werden – beispielsweise über das Zugbeeinflussungssystem ETCS.

Die Bahn richtet Umleitungen für den Fern- und Güterverkehr ein. Während der Umbauphase sollen die Züge über Uelzen, Salzwedel und Stendal sowie über Hannover verkehren. „Je nach Umleitungsstrecke müssen Reisende zwischen 45 und 105 Minuten mehr Zeit einplanen“, hieß es. Im Regionalverkehr soll auf den betroffenen Abschnitten Ersatzverkehr verkehren.

Auch die für den Güterverkehr wichtige Strecke Emmerich – Oberhausen will die Deutsche Bahn in Nordrhein-Westfalen sanieren. Der 72 Kilometer lange Abschnitt sei Teil der europäischen Verbindung zwischen Rotterdam und Genua und könne nicht für längere Zeit gesperrt werden, hieß es. „Deshalb wird die Sanierung zwischen November 2024 und Juni 2026 mit planmäßigen Sperrungen und überwiegend eingleisigem Betrieb auf Basis der mit den Niederlanden getroffenen Vereinbarungen durchgeführt.“

Beide Korridore seien „zentrale Bausteine ​​im künftigen Hochgeschwindigkeitsnetz“, sagte Bahn-Chef Richard Lutz. Ziel ist es, durch die Sanierung der wichtigsten Korridore noch mehr Menschen und Unternehmen auf die Schiene zu locken.

Die Infrastruktur der Bahn ist vielerorts völlig überlastet und stark sanierungsbedürftig. Dadurch sind die Züge aufgrund der vielen Kleinbaumaßnahmen weniger zuverlässig und weniger pünktlich als seit Jahren. Im Sommer kündigte die Deutsche Bahn daher die sogenannte Generalsanierung ihres Netzes an und identifizierte mehrere Korridore mit besonderem Modernisierungsbedarf. Statt unzähliger Einzelmaßnahmen, die den Verkehr auf diesen Strecken über die Jahre immer wieder verlangsamt haben, sollen die Korridore nun für einen begrenzten Zeitraum komplett gesperrt und modernisiert werden. Dadurch sind dort in absehbarer Zeit keine Bauarbeiten mehr nötig und die Züge können uneingeschränkt verkehren.

Das erste Modernisierungsprojekt startet 2024 auf der Strecke von Frankfurt am Main nach Mannheim, der sogenannten Riedbahn. Bis 2030 will die Deutsche Bahn mindestens zwei weitere Korridore pro Jahr sanieren, darunter auch die jetzt angekündigten Abschnitte. Aus Sicht der Deutschen Bahn soll bereits die Sanierung der ersten Korridore das gesamte Netz entlasten, denn im Fernverkehr ist alles miteinander verbunden.

Kritik an dem Konzept kam von der Freight Railway Association Network of European Railways (NEE), in der die Wettbewerber der Bahn im Schienengüterverkehr organisiert sind. „Es ist nichts im hier vorgeschlagenen Sinne vereinbart worden“, sagte der stellvertretende Vorsitzende Sven Flore. In einer Stellungnahme zu den Korridoren zur Bahn kritisiert der Verein unter anderem die absehbare Gleichzeitigkeit der Bauarbeiten auf der Riedbahn und auf der Strecke Oberhausen – Emmerich. Die Wahl der Strecke und des Zeitraums sei „nicht abschließend begründet“. Der Verband bezweifelt nach eigenen Angaben auch, dass die Umleitungskonzepte etwa für den Korridor Berlin-Hamburg realistisch sind.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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