Samstag, Mai 21, 2022
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Umstrittenes Interview – Grünen-Politiker sorgt für Neiddebatte

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Emilia Fester ist mit 24 Jahren die jüngste Abgeordnete des Deutschen Bundestages. In einem Interview spricht sie nun über die Belastungen ihres Jobs. In den sozialen Medien wurde sie dafür heftig kritisiert.

Emilia Fester, die jüngste Bundestagsabgeordnete, ist in den sozialen Medien scharf kritisiert worden. Grund ist eine Aussage des Grünen-Politikers in einem Interview mit dem „Spiegel“.

Dort erklärt sie, dass sie für ihren Job „letztlich ihre Jugend opfern“ würde. Sie arbeitet 80 bis 90 Stunden die Woche. „Eigentlich habe ich keine Hobbys mehr“, sagt Fester. Seit einem

Nach einem Unfall fährt sie mit ihrem Longboard nicht mehr zu Presseveranstaltungen, obwohl es ihr immer geholfen hat, „den Kopf freizubekommen“.

Die 24-Jährige bekam wegen ihrer Äußerungen in den sozialen Medien Gegenwind. Kommentatoren stört vor allem das Gehalt der Abgeordneten. „Wie viele 20-Jährige, die hart arbeiten, verdienen eigentlich 10.000 Euro?“ fragt ein Benutzer. Nach Angaben des Bundestages beträgt die Aufwandsentschädigung für einen Bundestagsabgeordneten seit Juli vergangenen Jahres 10.012,89 Euro brutto.

Andere stören sich auch daran, dass Fester mit 24 Jahren sogar darüber klagt, „ihre Jugend zu opfern“. Es heißt, andere seien in ihrem Alter viel älter und verdienten trotzdem weniger. Auch hätten viele aufgrund ihres wirtschaftlichen Hintergrunds keine Möglichkeit, ihr Studium zu finanzieren und würden nach dem Schulabschluss eine – ebenfalls schlechter bezahlte – Ausbildung beginnen. „Wohlstandsvernachlässigung“, sagen manche Nutzer.

Fester trat 2016 im Alter von 18 Jahren den Grünen bei. Seitdem hat sie viele Aufgaben in ihrer Partei übernommen. 2019 wurde sie zur frauenpolitischen Sprecherin des Landesverbandes in Hamburg gewählt, bevor sie 2021 für die Hansestadt bei der Bundestagswahl kandidierte. Im vergangenen September zog sie über die Landesliste in den Bundestag ein.

Schon mit ihrer ersten Rede im Parlament hatte Fester Kritik auf sich gezogen: Im März hatte sich Fester dort für eine generelle Impfung ausgesprochen, mit der Begründung, sie und andere junge Menschen hätten sich während der Pandemie mit den Alten solidarisiert – und das alles könne nicht getan haben, was man tut, wenn man etwa zwanzig ist.

„Ich war nicht auf dem College, ich war nicht im Ausland. Ich war in keinem Museum oder Festival. Ich habe nicht einmal jemanden geküsst, den ich nicht kannte, oder meinen Geburtstag gefeiert. Ich war, verdammt noch mal, auch nicht in einem Club. Tanzen, Feiern und alles, was ich so sehr vermisse“, sagte sie in der Bundestagsdebatte. Damals wurde Fester nicht nur von Gegnern der Impfpflicht kritisiert: Laut „Bild“ wurde Fester vorgeworfen, im Juli 2020 in Dänemark Urlaub gemacht und damit in ihrer Rede gelogen zu haben. Eine Frage der Zeitung beantwortete der Politiker nicht.

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