Mittwoch, Mai 18, 2022
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Umweltminister Lemke will Biosprit begrenzen

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Weil viel landwirtschaftliche Fläche für den Anbau von Pflanzen für Biosprit belegt wird, will Umweltminister Lemke die Nutzung einschränken. Biokraftstoffe aus Nahrungs- und Futtermittelpflanzen sind „veraltet“.

Bundesumweltministerin Steffi Lemke will den Einsatz von Biosprit aus Kulturpflanzen durch eine Gesetzesänderung einschränken. Sie werde „zeitnah einen Vorschlag für eine Gesetzesänderung machen und diesen mit den anderen Ministerien abstimmen“, sagte Lemke der Nachrichtenagentur dpa. Das Thema soll nach dpa-Informationen auch Teil der Beschlüsse sein, die die Umweltminister von Bund und Ländern auf ihrer aktuellen Konferenz in Wilhelmshaven bekannt geben wollen.

Kurz vor den zweitägigen Beratungen äußerte sich auch der Vorsitzende der Umweltministerkonferenz, Niedersachsens Ressortleiter Olaf Lies, kritisch zu Biosprit aus Pflanzenanbau und forderte sogar ein Ende der Nutzung von Kraftstoffen aus Nahrungs- und Futterpflanzen .

Auch die Grünen-Politikerin Lemke machte das Ziel deutlich: „Wir brauchen unsere Felder dringender denn je für die Nahrungsmittelproduktion. Deshalb müssen wir den Einsatz von Agrotreibstoffen aus Nahrungs- und Futterpflanzen reduzieren.“ Ihre Linie ist klar: „Essen gehört auf den Teller, nicht in den Tank.“ Biokraftstoffe aus Nahrungs- und Futtermittelpflanzen seien „veraltet“, sagte Lemke. „Flächen sind knapp in Deutschland, Lebensmittelpreise steigen.“ Der russische Angriffskrieg in der Ukraine verschärft die Lage zusätzlich.

Die Grünen-Politikerin hatte bereits vor zwei Wochen angekündigt, gemeinsam mit ihrem Parteikollegen und Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir entsprechende Schritte einleiten zu wollen. Der Einsatz von Biokraftstoffen, die teilweise auch als Agrotreibstoffe bezeichnet werden, ist seit einiger Zeit umstritten. Diese Kraftstoffe werden beispielsweise aus dem Öl von Raps, Soja, Ölpalme und anderen Ölpflanzen gewonnen und mit anderen Kraftstoffen vermischt.

Laut einer aktuellen Studie des Heidelberger Instituts für Energie- und Umweltforschung (IFEU) sind auf deutschen Straßen weltweit insgesamt 1,2 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche – davon allein 500.000 in Deutschland – für Biokraftstoffe für Diesel- und Benzinautos belegt .



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