Samstag, Oktober 1, 2022
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Untersuchung des ifo Instituts: Kündigung für einen Job im Homeoffice?

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Das Homeoffice hat sich in vielen Unternehmen etabliert und nicht nur. Mitarbeiter wären sogar bereit, auf mehr Gehalt zu verzichten oder zu kündigen, wenn sie komplett in den Beruf zurückkehren müssten.

Das ifo Institut hat heute die Ergebnisse einer breit angelegten Studie zum Thema Homeoffice bei Vollzeitbeschäftigten vorgestellt. Befragt wurden Mitarbeiter in 27 ausgewählten Ländern. Die Studie zeigte, dass Mitarbeiter landesweit durchschnittlich 1,5 Tage pro Woche von zu Hause aus arbeiteten. In Deutschland hat sich die Inanspruchnahme von Heimarbeit nach der Pandemie bei durchschnittlich 1,4 Tagen pro Woche eingependelt.

Südkorea, Ägypten, Serbien und Taiwan liegen mit weniger als einem Tag pro Woche am unteren Ende. Singapur oder Indien lagen mit 2,4 bzw. 2,6 Tagen pro Woche am oberen Ende. In den USA werden durchschnittlich 1,6 Tage im Homeoffice verbracht. Im benachbarten Frankreich sind es 1,3 Tage und in Japan 1,1 Tage.

Corona hat somit die Arbeitsbedingungen nachhaltig verändert. „Noch nie zuvor hat ein Ereignis das Arbeitsleben in so kurzer Zeit so umfassend verändert“, sagt Mathias Dolls, einer der Autoren der Studie.

Die traditionelle Skepsis gegenüber der Arbeit von zu Hause aus nahm dann ab. Mehr als die Hälfte der befragten Mitarbeiter geben an, dass sie zu Hause produktiver sind als erwartet. Je positiver Mitarbeiter ihre Produktivität in Relation zu ihren bisherigen Erwartungen einschätzen, desto mehr Homeoffice-Tage bieten dann Arbeitgeber an. Dieser Zusammenhang gilt in allen 27 untersuchten Ländern. In Ländern, in denen während der Pandemie strengere Sperrregeln gelten, wurden mehr Homeoffice-Tage angeboten.

Wie wichtig Homeoffice für Arbeitnehmer ist, zeigt eine weitere Zahl aus der Studie: 26 Prozent wären bereit zu kündigen oder sich einen neuen Job zu suchen, wenn ihr Arbeitgeber nur Präsenzarbeit anbieten würde. Studien in den USA haben sogar gezeigt, dass mehr als 40 Prozent der derzeitigen Heimarbeiter dort einen neuen Job suchen würden, wenn ihr Arbeitgeber eine vollständige Rückkehr ins Büro verlangt.

Auch in Kanada, Australien und den Niederlanden sei mehr als ein Drittel zu einem solchen Schritt sehr bereit. In Großbritannien würden 42 Prozent der Arbeitnehmer kündigen oder sich einen neuen Job suchen, wenn sie fünf Tage die Woche wieder ins Büro müssten.

Allerdings würden Arbeitnehmer für die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten, auch auf eine Gehaltserhöhung verzichten. Im Schnitt sind zwei bis drei Tage im Homeoffice fast fünf Prozent ihres Einkommens wert. In Ägypten, der Ukraine, Brasilien und Serbien waren die Befragten bereit, auf eine Gehaltserhöhung von mehr als sieben Prozent zu verzichten. In Deutschland lag der Wert um 3,7 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt.

Grund dafür sind der teilweise lange Arbeitsweg und die daraus resultierenden Kosten. Im Durchschnitt benötigen Arbeitnehmer mehr als eine Stunde am Tag, um zur und von der Arbeit zu gelangen. In China und Indien waren es mehr als anderthalb Stunden am Tag.

Dieser Trend könnte weitreichende Folgen haben, sagt Dolls – etwa für die Arbeitsorganisation in Unternehmen und deren Innovationsfähigkeit oder für Städte. „Wenn ältere und wohlhabendere Arbeitnehmer in die Vororte abwandern, könnten die Mieten in einigen Städten sinken“, sagte der Experte. Dies wiederum erleichtert es jungen Arbeitnehmern, dort zu leben und von den Netzwerkmöglichkeiten zu profitieren.



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Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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