Mittwoch, Dezember 7, 2022
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Update Tight End in Brasilien Lula muss in die Stichwahl gegen Bolsonaro

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Vor den Präsidentschaftswahlen in Brasilien ist der linke Ex-Staatschef Lula der klare Favorit. Doch das Ergebnis der Abstimmung fällt überraschend knapp aus. Lula liegt nur wenige Prozentpunkte vor dem rechten Amtsinhaber Bolsonaro. Die Wahl geht in die zweite Runde.

Luiz Inácio Lula da Silva hat die erste Runde der Präsidentschaftswahlen in Brasilien knapp gewonnen. Der linke Ex-Staatschef kam auf 47,97 Prozent, wie das Wahlamt mitteilte. Der rechte Amtsinhaber Jair Bolsonaro erhielt 43,60 Prozent. Allerdings fällt das Ergebnis deutlich knapper aus als erwartet: Lula lag zuletzt in den Umfragen deutlich vorne. Experten zufolge haben viele Befragte ihre eigentlichen Favoriten nicht benannt oder sich erst am Wahltag entschieden.

Da keiner der Kandidaten mehr als 50 Prozent der Stimmen erreichen konnte, stehen sich Lula und Bolsonaro am 30. Oktober in einer Stichwahl gegenüber. Sollte Ex-Präsident Lula (2003-2010) auch im zweiten Wahlgang gewinnen, wäre er Brasiliens Erster demokratischer Präsident für eine dritte Amtszeit. Neben dem künftigen Präsidenten wurden am Sonntag auch Abgeordnete, Senatoren und Gouverneure gewählt.

Viele Unterstützer des 76-Jährigen verbinden Lula mit Brasiliens goldenen Zeiten, als die Wirtschaft aufgrund hoher Rohstoffpreise boomte und die Regierung mit Hilfe von Sozialprogrammen Millionen Menschen aus bitterer Armut befreite. Bei seinen Gegnern ist Lula jedoch für Korruption und Vetternwirtschaft verantwortlich.

Die Wahl hat die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas extrem gespalten. Lula nannte Bolsonaro wegen seiner zögerlichen Corona-Politik einen Völkermord, Bolsonaro nannte seinen Gegner nach seiner Verurteilung wegen Korruption einen Dieb. „Die Mehrheit der Gesellschaft will keine Konfrontation, sie will Frieden“, sagte Lula nach der Abstimmung. „Ich denke, es wird uns leicht fallen, Demokratie und Frieden in diesem Land wiederherzustellen.“

Bolsonaros Anhänger hingegen sehen ihren Staatschef als Verteidiger traditioneller Familienwerte und wirtschaftlicher Freiheit. Bei Demonstrationen forderten radikale Anhänger des Reservekapitäns unverhohlen einen Militärputsch. Der rechte Präsident hatte wiederholt Zweifel am Wahlsystem geäußert und angedeutet, das Ergebnis möglicherweise nicht anzuerkennen. „Was zählt, sind saubere Wahlen ohne Probleme“, sagte er am Tag der Abstimmung. „Möge der Bessere gewinnen.“

Die Präsidentschaftswahl in Brasilien ist auch für den Rest der Welt von großer Bedeutung. Als riesiger Kohlenstoffspeicher spielt das Amazonasgebiet eine wichtige Rolle im Kampf gegen den globalen Klimawandel. Angesichts der durch den Ukrainekrieg angespannten Lage auf den Energie- und Lebensmittelmärkten ist das Land mit seinen enormen Bodenschätzen und seiner großen Agrarwirtschaft auch ein interessanter Handelspartner.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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