Sonntag, August 14, 2022
StartNACHRICHTENUrteil in München 14-Jährige im Schlaf getötet – langjährige Haftstrafe für Freund

Urteil in München 14-Jährige im Schlaf getötet – langjährige Haftstrafe für Freund

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Ein junges Mädchen wird in ihrem Schlafzimmer erstochen, während sie schläft. Kurz darauf wurde ein damals 17-Jähriger festgenommen. Der junge Mann wurde nun zu fast neun Jahren Jugendarrest verurteilt, als Motiv wird echte Mordlust angegeben. Das Gericht behielt zudem die Möglichkeit der Sicherungsverwahrung vor.

Nach dem tödlichen Messerstich auf seine 14-jährige Freundin ist ein 18-Jähriger in München wegen Mordes zu acht Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Weil für M. auch bei schwersten Gewalttaten eine „extrem hohe Wiederholungsgefahr“ bestehe, ordnete das Gericht zudem die vorbehaltene Sicherungsverwahrung an. Das bedeutet, dass ein Gericht für den Jugendlichen später Sicherungsverwahrung anordnen könnte – dann würde er auch nach Verbüßung seiner Strafe im Gefängnis bleiben.

Die Jugendkammer sah die Mordmerkmale von Bosheit und niederen Beweggründen als gegeben an, da der zur Tatzeit 17-Jährige das Tatmesser gezielt gekauft hatte. Zudem sei die 14-Jährige „an dem vermeintlich sichersten Ort, den man sich vorstellen kann, getötet worden: in ihrem eigenen Bett im Haus ihrer Eltern schlafend“.

Als Motiv erkannte das Gericht echte Mordlust sowie Elemente einer narzisstischen Beleidigung. Die Tat ist laut Gerichtssprecher von einem ganzen Strauß niederer Motive geprägt. Die Kammer prüfte das Geständnis des Angeklagten zu seinen Gunsten. Der junge Mann gestand, seine Freundin erstochen zu haben, während sie schlief. Die Mutter der 14-Jährigen, die als Nebenklägerin an dem Verfahren beteiligt war, hatte das Mädchen im Oktober vergangenen Jahres tot im Bett aufgefunden. Ihr Freund, mit dem sie in ihrem Kinderzimmer übernachtet hatte, war verschwunden.

Der 17-Jährige war laut Polizei mit der Studentin seit mehreren Monaten befreundet und hatte sich regelmäßig in der Wohnung der Familie aufgehalten. Nach früheren Angaben soll er eifersüchtig gewesen sein, weil sie sich mit einem anderen Jungen angefreundet hatte.

Der Deutsche wurde rund 24 Stunden nach der Tat widerstandslos festgenommen. Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer einen Monat mehr gefordert, nämlich eine Jugendstrafe von acht Jahren und zehn Monaten. Zudem hatte die Staatsanwaltschaft die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik und die Anordnung der Sicherungsverwahrung beantragt. Der Verteidiger hingegen hatte lediglich eine Verurteilung wegen Mordes mit einer Jugendstrafe von achteinhalb Jahren gefordert.

Der Vorsitzende Richter warf dem Angeklagten vor, er habe die achttägige Hauptverhandlung zeitweise als Show missbraucht. Diese Show sei nun vorbei, sagte das Gericht. Die Anhörung vor der Jugendkammer fand hinter verschlossenen Türen statt. Das Jugendstrafrecht gilt, weil der Täter zur Tatzeit minderjährig war. Dieser sieht eine Höchststrafe von zehn Jahren Jugendarrest wegen Mordes vor. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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