Sonntag, Mai 22, 2022
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Verbindung zu al-Qaida-verdächtigem Prozess zu Anschlagsplänen in Hamburg beginnt

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Im August 2021 wurde ein 21-Jähriger beim Kauf einer Waffe festgenommen. Er soll ein Attentat zum 20. Jahrestag der Anschläge vom 11. September geplant haben. Auch eine entsprechende Verbindung zum islamistischen Netzwerk Al-Qaida wird vermutet. Nun muss sich der Mann vor Gericht verantworten.

In Hamburg muss sich ein 21-jähriger mutmaßlicher Anhänger des radikalislamischen Terrornetzwerks Al-Qaida vor dem Oberlandesgericht wegen Vorbereitung eines Anschlags verantworten. Die Bundesanwaltschaft wirft dem jungen Mann vor, am 20. Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 Menschen mit Sprengkörpern und einer Schusswaffe töten zu wollen. Zum Beginn der Anschläge äußerte sich der Angeklagte nach Angaben eines Gerichtssprechers zunächst nicht Studie.

Der Angeklagte war im August letzten Jahres festgenommen worden, nachdem er versucht hatte, eine Waffe von einem verdeckt operierenden Polizisten zu kaufen. Weitere Ermittlungen erhärteten die Vorwürfe, im Dezember 2021 informierten die Behörden über den Fall. Laut Anklage hatte der 21-jährige Deutsch-Marokkaner bereits Chemikalien und andere Materialien zum Bau eines improvisierten Schwarzpulver-Sprengsatzes beschafft.

Er wollte sich den Ermittlern zufolge an dem von zwei Islamisten verübten Anschlag auf den Marathon in der US-Stadt Boston im Jahr 2013 orientieren. Ihr Sprengstoff bestand aus Metallbehältern, die mit Schwarzpulver gefüllt waren, und drei Menschen starben bei den Explosionen.

Zudem soll der Angeklagte versucht haben, Waffen im sogenannten Darknet zu kaufen. Der Mann bestellte bei einem angeblichen Lieferanten eine Pistole mit 50 Schuss Munition und eine Handgranate. Allerdings war er ein Undercover-Polizist. Bei der Übergabe der Waffen wurde der Beschuldigte Ende August 2021 festgenommen und anschließend in Untersuchungshaft genommen.

Am selben Tag wurden seine Wohnung in Wismar in Mecklenburg-Vorpommern und die Wohnung seiner Eltern in Hamburg durchsucht, dabei wurden Propagandavideos islamistischer Gruppen und Dokumente zur Waffenherstellung gefunden. In den folgenden Wochen folgten weitere Ermittlungen und Durchsuchungen, in der Wohnung einer Cousine, die der 21-Jährige ebenfalls nutzte, wurde nach früheren Angaben auch das Material für den Bombenbau entdeckt.

Nach damaligen Angaben verfügte der Mann über zahlreiche einschlägige Kontakte in die radikale salafistische Szene. Er ist in Hamburg aufgewachsen, lebte aber ab 2013 zunächst einige Jahre in Marokko. Erst 2020 kehrte er nach Deutschland zurück. Laut Anklage der Bundesanwaltschaft ist er Anhänger der radikal-islamischen Ideologie des Al-Qaida-Netzwerks, die die Anschläge vom 11. September 2001 in New York und Washington verübten.

Erst nach weiteren bundesweiten Durchsuchungen von Bekannten des Mannes im November informierten die Behörden die Öffentlichkeit über den Stand ihrer Ermittlungen. Kurz darauf übernahm die Bundesanwaltschaft die Bearbeitung. Für den Prozess gegen den 21-Jährigen sind bis zum 25. August 19 weitere Termine vorgesehen.

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