Mittwoch, November 30, 2022
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Verbrechen oder Verteidigung? UN will Mord an russischen Kriegsgefangenen untersuchen

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Ein Video zeigt mehrere russische Soldaten, die – bewacht von Ukrainern – am Boden liegen. Dann sind Schüsse zu hören, dann sieht man fast ein Dutzend Leichen. Russland wirft der Ukraine Kriegsverbrechen vor. Kiew bestreitet jede Schuld. Die UN will nun Klarheit schaffen.

Nach dem Auftauchen von Videos, die angeblich die Erschießung von sich ergebenden russischen Kämpfern durch ukrainische Soldaten zeigen, wurden internationale Ermittlungen angekündigt. Vorwürfe der Hinrichtung von Menschen, die nicht mehr an Kampfhandlungen teilgenommen haben, sollten „schnell, umfassend und wirksam untersucht und die Täter zur Rechenschaft gezogen werden“, sagte eine Sprecherin des UN-Menschenrechtsbüros in Genf.

Die Videos waren in der vergangenen Woche in sozialen Netzwerken aufgetaucht. Sie zeigen mehrere russische Soldaten, die – bewacht von Ukrainern – am Boden liegen. Dann sind Schüsse zu hören. Eine weitere Aufnahme zeigt fast ein Dutzend Leichen. Die Bilder sollen Mitte November entstanden sein, als die ukrainische Armee das Dorf Makiivka in der Region Luhansk im Osten des Landes zurückeroberte.

Die US-Zeitung „New York Times“ bezeichnete die Videos nach gemeinsamer Recherche mit Experten am Sonntag als authentisch. Der genaue Hergang des Vorfalls und seine Hintergründe sind noch unklar. Russland und die Ukraine werfen sich gegenseitig Kriegsverbrechen vor. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow kündigte an, Moskau werde selbst nach den Verantwortlichen in der Ukraine suchen. „Sie müssen gefunden und bestraft werden.“

Kiew hingegen argumentiert, dass die Ermordung der Russen ein Akt der Notwehr war, weil einer der feindlichen Soldaten, anstatt sich zu seinen Kameraden hinzulegen, plötzlich das Feuer eröffnete. Indem sie ihre Kapitulation vortäuschten, hätten die russischen Militanten selbst ein Kriegsverbrechen begangen, sagte der ukrainische Menschenrechtskommissar Dmytro Lubinets. Die Ukrainer erwiderten lediglich das Feuer – und handelten damit richtig.

Die Behandlung von Kriegsgefangenen unterliegt dem humanitären Völkerrecht. Dies wurde von der internationalen Gemeinschaft eingerichtet, um Menschen zu schützen, die in Zeiten bewaffneter Konflikte nicht an Kampfhandlungen beteiligt sind. Dementsprechend müssen Gefangene vor Gewalt, aber auch vor Einschüchterung, Beleidigungen und öffentlicher Neugier geschützt werden.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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