Sonntag, September 25, 2022
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Verdacht auf Missbrauch Woelki schredderte die Priesterliste

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Im Erzbistum Köln unter der Führung von Kardinal Woelki bleibt es unruhig. Nun ist bestätigt, dass Woelki eine Liste von Priestern geschreddert hat, die des Missbrauchs verdächtigt werden. Die Daten seien aber nicht verloren, heißt es.

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat 2015 persönlich eine Namensliste von Priestern geschreddert, die des Missbrauchs verdächtigt werden. Das bestätigte das Erzbistum Köln. Die Vernichtung erfolgte aus Datenschutzgründen. Das Erzbistum betonte, dass dadurch keine Informationen verloren gegangen seien, da die Originalakten noch vorhanden seien.

Zuvor hatte der „Kölner Stadt-Anzeiger“ über die Aktion berichtet. Nach Angaben des Erzbistums ließ sich Woelki 2015, kurz nach seinem Amtsantritt in Köln, eine Excel-Tabelle mit den Namen der wegen sexuellen Missbrauchs angeklagten Priester vorlegen. Es listete auch Zahlungen auf, die an Missbrauchsopfer in Anerkennung ihres Leidens geleistet wurden.

Woelki wollte sich nach Angaben des Erzbistums einen groben Überblick über die Lage verschaffen. Heute weiß er nicht mehr, welche Namen damals auf der Liste standen. Die Urkunden selbst seien von den Fachabteilungen des Erzbistums und in mehreren Gutachten gründlich aufgearbeitet worden.

Letztes Jahr schickte Papst Franziskus Woelki in eine fünfmonatige Auszeit. Der Papst hatte ihm „große Fehler“ vorgeworfen, vor allem in seiner Kommunikation im Zusammenhang mit der unveröffentlichten Missbrauchsanzeige. Anfang März nahm Woelki seine offiziellen Aufgaben wieder auf. Allerdings musste er einen Rücktrittsantrag stellen, über den der Papst noch entscheiden muss. Seitdem ist immer wieder Kritik an Woelki und seiner Administration laut geworden.

Zuletzt hatten sich Mitte August rund 50 Pfarrer, Gemeindevorsteher und andere Amtsträger des Erzbistums Köln in einer Stellungnahme von dem Kardinal distanziert, nachdem bekannt wurde, dass Woelki in PR-Fragen externen Rat eingeholt hatte. Eine Kommunikationsagentur hatte Pläne für sein „Überleben“ im Amt im Jahr 2020 entworfen. Die PR-Experten schlugen ihm unter anderem vor, er solle versuchen, den Beirat der Opfer sexuellen Missbrauchs im Streit um einen unveröffentlichten Bericht auf seine Seite zu ziehen.

(Dieser Artikel wurde erstmals am Samstag, den 27. August 2022 veröffentlicht.)

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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