Mittwoch, Februar 1, 2023
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Verkehrsprobleme in der Hauptstadt: Menschenmassen auf den Straßen Berlins

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2022 starben 32 Menschen auf den Straßen Berlins. Die meisten waren zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs. Auf den Straßen wird um den Platz gestritten.

Stau an der Ampel, dann sind alle Fahrspuren in eine Richtung gleichzeitig grün. Füße auf der Straße, Fahrradreifen schieben sich dazwischen, Autos rasen vorbei, ein Lastwagen will rechts abbiegen. Mit seinen großen Reifen kommt es anderen gefährlich nahe. Vielen Menschen wird in dieser Situation kurz übel und nicht selten auch Lkw-Fahrern. Alltag im Berliner Stadtverkehr.

In Berlin starben im vergangenen Jahr laut Polizei 32 Menschen auf offener Straße. Meist Fußgänger und Radfahrer, oft überfahren und überrollt von Autos, Lastwagen, Bussen und Straßenbahnen.

Die Zahl der Verkehrsunfälle ist so niedrig wie nie zuvor im wiedervereinigten Berlin. Doch jeder schwere Unfall entfacht die Diskussion darüber, wie man die Stadt sicherer macht und den Verkehr in der Hauptstadt organisiert.

Vieles dreht sich um die Frage, wer wie viel Platz auf der Straße bekommt. Sichere Radwege, ausreichend breite Gehwege, klar geregelte Querungen werden flächendeckend nur möglich sein, wenn der Straßenraum anders verteilt wird. Auch Busse und Straßenbahnen brauchen eigene Fahrspuren, wenn sie nicht mit Autos im Stau stehen sollen.

Aktuell finden Sie die Wahlprogramme der letzten Wahl, die im September 2021 stattfand. Aufgrund zahlreicher Mängel muss diese Wahl nun wiederholt werden. Es ist durchaus möglich, dass einige Dokumente noch angepasst werden, aber der Kern der Anfragen wird wahrscheinlich derselbe bleiben wie beim letzten Mal.

Für die SPD soll Mobilität sozial gerecht, nachhaltig und sicher sein. Dazu will sie den öffentlichen Nahverkehr stärken, Ladepunkte für Elektrofahrzeuge ausbauen und Geh- und Radwege verbessern. Auf den aktuellen Wahlplakaten wirbt die Partei mit der neuen 29-Euro-Zeitkarte für den öffentlichen Nahverkehr im Berliner Stadtgebiet.

Das Ziel von Bündnis 90/Die Grünen ist eine Stadt, in der niemand mehr ein Auto braucht. Sie setzen auf ÖPNV, Rad- und Gehwege und wollen Stadtteile neu verteilen. Mit Parks statt Parkplätzen und autofreien Quartieren.

Die Linke will, dass die Berliner S-Bahn, die der Deutschen Bahn gehört, kommunales Eigentum wird. So bietet sie zum Beispiel ein obligatorisches Touristenticket zur Finanzierung eines Sozialtickets an.

Die CDU will die Taktung des ÖPNV erhöhen und mit einem Bonussystem Anreize für einen schnelleren Straßenbau schaffen. Autos sollten häufiger in Parkhäusern abgestellt werden, damit der frei werdende Platz anderweitig genutzt werden kann.

Die FDP will die Daseinsberechtigung jedes Verkehrsmittels anerkennen und die Wahlfreiheit in den Mittelpunkt stellen. Er will in den öffentlichen Nahverkehr investieren und Radwege ausbauen, aber Autos nicht aus der Innenstadt verdrängen.

Die AfD will den öffentlichen Nahverkehr ausbauen, aber den Individualverkehr nicht benachteiligen, Autos nicht aus Kiezen vertreiben und Stellplätze nicht per Fahrrad beliefern lassen.

Was bleibt, ist der Streit um die geplante Verlängerung der Autobahn A100 durch den Osten der Stadt. Die amtierende Koalition aus SPD, Grünen und Linken hat gerade erklärt, einen weiteren Bau nicht zu unterstützen, doch Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) hält an der neuen Trasse fest.

Auch die Berliner Oppositionsparteien im Abgeordnetenhaus (CDU, FDP und AfD) wollen weiterbauen. Wer nach der Umschichtung ins Berliner Rote Rathaus einzieht oder dort bleibt, dort warten Baustellen auf Rad- und Fußwege, U- und S-Bahnen, Straßen, Straßenbahnen und Parkplätze.

Und die Berliner erwarten, dass der Stadtverkehr in der Hauptstadt endlich sicherer, fairer und planbarer, vor allem aber insgesamt etwas flüssiger wird.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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