Sonntag, August 14, 2022
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Verlängerung in letzter Minute Der Jemen erhält zwei weitere Monate Waffenstillstand

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Seit über sieben Jahren tobt im Jemen ein verheerender Bürgerkrieg, der eigentlich ein Stellvertreterkrieg zwischen Saudi-Arabien und dem Iran ist. Ein Waffenstillstand gibt der leidenden Bevölkerung einen Moment zum Aufatmen. Kann die neue Erweiterung den Konflikt weiter entschärfen?

In letzter Minute einigten sich die Konfliktparteien im Jemen darauf, die Waffenruhe um weitere zwei Monate zu verlängern. Der UN-Sonderbeauftragte für den Jemen, Hans Grundberg, kündigte an, dass dies unter den bereits geltenden Bedingungen bis zum 2. Oktober fortgesetzt werde – kurz nach dem Ende des derzeitigen Waffenstillstands im Land. Beide Seiten hätten zudem versichert, gemeinsam auf eine noch weitreichendere Einigung hinarbeiten zu wollen, sagte Grundberg.

Seit mehr als sieben Jahren tobt im Jemen ein Bürgerkrieg, der das arme Land auf der Arabischen Halbinsel in eine humanitäre Katastrophe stürzt. Mehr als 150.000 Menschen wurden getötet, darunter 14.000 Zivilisten. Saudi-Arabien kämpft dort seit 2015 mit Verbündeten gegen die Houthi-Rebellen, die weite Teile des Nordens kontrollieren. Riad sieht sie als verlängerten Arm seines Erzfeindes Iran. Die UN und Hilfsorganisationen versuchen, rund 23 Millionen Menschen im Land zu versorgen, darunter 11 Millionen Kinder. Etwa 19 Millionen Menschen haben nicht genug zu essen.

Die Waffenruhe trat Anfang April für zwei Monate in Kraft und wurde dann im Juni verlängert. Seit 2016 hatte es im Land keinen Waffenstillstand gegeben. Seitdem ist die Zahl der getöteten Zivilisten ebenso zurückgegangen wie die sonst regelmäßigen Angriffe der Houthis über die Grenze nach Saudi-Arabien mit Raketen und Drohnen. Zivilisten starben jedoch beispielsweise weiterhin durch Landminen. Das ACLED-Analyseprojekt hat seit Beginn 300 Todesopfer und 1.700 Verstöße gegen den Waffenstillstand gezählt. Die Vereinbarung habe der leidenden Bevölkerung einen Moment der „Ruhe und Hoffnung“ gegeben, sagten 30 Hilfsorganisationen, darunter CARE, Oxfam und das International Rescue Committee. Dieser Fortschritt sollte nicht verschwendet werden. Die Konfliktparteien müssen „den Menschen erlauben, ihr Leben wiederherzustellen und wieder aufzubauen“.

Als Teil des Deals legten mehr Schiffe als sonst im Hafen von Hodeidah an und brachten dringend benötigten Treibstoff ins Land. So können beispielsweise Krankenhäuser und Unternehmen besser und länger arbeiten. Eine Wiederaufnahme kommerzieller Flüge hat es auch mehr als 8.000 Menschen ermöglicht, aus der Hauptstadt Sana’a nach Kairo und Amman zu medizinischen Behandlungen oder zu persönlichen und geschäftlichen Zwecken zu fliegen.

Die neuen Verhandlungen werden sich laut Grundberg weiterhin um diese Themen sowie um die lange umstrittene Zahlung von Gehältern an zivile Staatsangestellte in Houthi-kontrollierten Gebieten drehen. Auch einer erhofften Öffnung wichtiger Straßen rund um Tais im Südwesten haben sie sich bisher geweigert.

US-Präsident Joe Biden und US-Außenminister Antony Blinken begrüßten die Verlängerung des Waffenstillstands. Biden sagte, es sei ein wichtiger Schritt, um Leben zu retten. Aber auf Dauer reicht es nicht. Blinken betonte, dass die USA weiterhin an einem dauerhaften, allumfassenden Friedensabkommen im Jemen festhalten. Die EU begrüßte auch die Verlängerung des Waffenstillstands und forderte alle Parteien auf, weiterhin energisch auf eine vollständige Umsetzung hinzuarbeiten. Zusätzliche Schritte müssten unternommen werden, um das Potenzial des Waffenstillstands auszuschöpfen, sagte ein Sprecher des Außenpolitikchefs Josep Borrell. Auch das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen Unicef ​​begrüßte die Verlängerung der Waffenruhe. Seit Beginn ist die Zahl der Opfer deutlich zurückgegangen. Es muss jedoch noch mehr getan werden, um Kinder im Jemen zu schützen.

Alle Bemühungen um eine dauerhafte Lösung des Konflikts sind bisher gescheitert. Auch der Besuch von US-Präsident Joe Biden in Saudi-Arabien im Juli brachte keine Fortschritte. Die Huthi-Führung hatte Bidens Besuch scharf kritisiert. Die Rebellen hielten am Montag eine Militärparade ab, bei der Raketen, Panzerabwehrwaffen und Drohnen vorgeführt wurden. Der Krieg werde sich verschärfen, sagte Armeekommandeur Mahdi al-Maschat laut dem rebellennahen Fernsehsender Al-Masirah. Es wird ein „Jahr des Sieges“.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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