Montag, September 26, 2022
StartNACHRICHTENVerlassen Sie sich nicht auf Russland Scholz rechnet mit einer Unterbrechung der...

Verlassen Sie sich nicht auf Russland Scholz rechnet mit einer Unterbrechung der russischen Öllieferungen

- Anzeige -


Beim Gas ist Deutschland schon heute deutlich unabhängiger von Russland als noch vor wenigen Monaten. Dasselbe strebt Bundeskanzler Scholz auch beim Öl an. Denn seine Befürchtung, auf Moskau sei kein Verlass, gelte auch für Öllieferungen, sagte Scholz im Deutschlandfunk.

Aus Sicht von Bundeskanzler Olaf Scholz muss sich Deutschland darauf einstellen, dass Russland neben Gas auch die Öllieferungen einstellen wird. „Ich war mir von Anfang an sehr sicher, dass man sich nicht darauf verlassen kann, dass Russland seinen Verpflichtungen etwa bei Gaslieferungen nachkommt“, sagte die Kanzlerin im bereits online erschienenen „Interview der Woche“ des Deutschlandfunks. „Und wir bereiten uns jetzt darauf vor, dass für die beiden ostdeutschen Raffinerien, die an die Druschba-Pipeline angeschlossen sind, eine ähnlich schwierige Situation eintreten kann.“

Um die Produktion und Versorgung mit Kraftstoffen, Heizöl und anderen Mineralölprodukten zu sichern, hat die Bundesregierung die deutschen Tochtergesellschaften des russischen Staatskonzerns Rosneft übernommen. Das gilt vor allem für die PCK-Raffinerie im brandenburgischen Schwedt/Oder, die über die Druschba-Pipeline russisches Öl bezieht und weite Teile Nordostdeutschlands mit Treibstoff versorgt. Aber auch die Raffinerie in Leuna in Sachsen-Anhalt ist betroffen. Die Betreuung des Standorts sei einfacher zu organisieren, „weil das Unternehmen, das diesen Standort betreibt, schon sehr früh dafür gesorgt hat, dass es seine Importe über Polen organisieren kann“, erklärte Scholz gegenüber DLF.

Scholz hat angekündigt, die Pipeline von Rostock nach Schwedt für 400 Millionen Euro auszubauen und zu modernisieren, um mehr Öl zur dortigen Raffinerie transportieren zu können. Um das System zu erhalten, „achten wir darauf, dass es jetzt auch Importmöglichkeiten aus Polen, vielleicht sogar aus Kasachstan gibt“, sagte Scholz gegenüber DLF. Außerdem würden die finanziellen Hilfen organisiert, um die Arbeitsplätze in Schwedt zu erhalten.

Für Schwedt seien große Investitionen nötig, sagte Scholz in einem auf seinem Twitter-Account veröffentlichten Video. Die Bundesregierung sorge dafür, dass Arbeitsplätze und Löhne gesichert seien, „auch wenn es Schwierigkeiten gibt“. „Aber vor allem, dass es eine sichere Ölversorgung gibt, aus Rostock und auch aus Polen.“

Die Bundesregierung hat die Raffinerie am Freitag unter Treuhänderschaft gestellt und den bisherigen russischen Betreiber Rosneft entmachtet. Bisher wird die Raffinerie in der brandenburgischen Stadt an der Grenze zu Polen über die Druschba-Ölpipeline mit russischem Öl versorgt, dieses wird aber ab Oktober nicht mehr importiert. Rosneft hält eine Mehrheitsbeteiligung von gut 54 Prozent an der PCK-Raffinerie, Shell rund 37 Prozent. Das russische Unternehmen sagte, es könne vor Gericht gehen, um die Entscheidung der Bundesregierung anzufechten. In einer Erklärung bezeichnete Rosneft den Umzug als illegal.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare